Für welche Bundesliga-Profis mit Plan B die WM noch möglich wäre - nicht beim DFB
Das Teilnehmerfeld der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nimmt Formen an. 42 von 48 Teams sind bereits fix für die Mega-WM qualifiziert.
21.11.2025 | 15:17 Uhr
Deutschland hatte sich mit einem furiosen 6:0 über die Slowakei direkt für das Turnier qualifiziert. Die Spekulationen beginnen, wen Julian Nagelsmann in seinen 26-köpfigen DFB-Kader für die WM nominiert
Nicht jeder deutsche Bundesliga-Profi hat die Chance auf eine Ernennung ins Turnieraufgebot. Beispielsweise durch die Herkunft der Eltern besitzen viele Spieler aber eine zweite Staatsbürgerschaft. Dadurch könnten einige Akteure einen Verbandswechsel in Erwägung ziehen. Mit Plan B biete sich dadurch die Möglichkeit, doch noch an der WM 2026 teilzunehmen.
ZUM DURCHKLICKEN: Diese Nationen sind für die WM 2026 qualifiziert
Ex-Bayern-Juwel & SGE-Profi könnten wechseln
Eines der bekanntesten Beispiele ist wohl Ex-Bayern-Juwel Paul Wanner. Der 19-jährige Offensivspieler, der im Sommer von München zur PSV Eindhoven gewechselt ist, könnte theoretisch noch für das bereits für die Weltmeisterschaft qualifizierte Österreich auflaufen. Aktuell trägt Wanner das Trikot der deutschen U21.
Auch Ansgar Knauff hat die Junioren-Nationalmannschaft des DFB durchlaufen - ein A-Länderspiel ist ihm bis heute vergönnt geblieben. Der Flügelspieler von Eintracht Frankfurt könnte ebenfalls einen Verbandswechsel durchführen und letztlich mit Ghana am Turnier im kommenden Sommer teilnehmen. Diese Möglichkeit hätten ebenso der in Hamburg geborene Ernest Poku von Bayer 04 Leverkusen - aktueller niederländischer U21-Nationalspieler -, der in Frankfurt geborene Ragnar Ache vom 1. FC Köln sowie der auch in Hamburg geborene Sirlord Conteh vom 1. FC Heidenheim.
Verbände bemühen sich um deutsche Spieler
Generell zeigen sich andere Verbände häufig bemüht, deutsche Talente für sich zu gewinnen. So buhlen etwa die Elfenbeinküste um die Top-Talente Karim Coulibaly von Werder Bremen und Axel Tape aus Leverkusen. Japan wiederum würde gerne Coulibalys Teamkollegen und Torwart Mio Backhaus überzeugen.
Unterdessen wäre Mitchell Weiser nicht abgeneigt, für eine andere Nation aufzulaufen. Der aktuell verletzte Außenspieler von Werder hätte gerne bereits ein Länderspiel für Algerien absolviert, doch Nationaltrainer Vladimir Petkovic hatte ihn vor rund einem Jahr nicht in den Kader berufen. Seit dem Sommer fällt Weiser aufgrund eines Kreuzbandrisses im Knie aus.
Die ehemaligen Kolonien profitieren
Die ehemaligen Kolonien Kap Verden und Curacao haben bei der Rekrutierung auf solche Spieler mit möglicher doppelter Staatsbürgerschaft geachtet, die bei ihrer ersten Nation keine wirkliche Chance auf das A-Team hatten. Beiden Ländern gelang die jeweils erste Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Der karibische Inselstaat Curacao - eine ehemalige niederländische Kolonie - ist sogar der kleinste WM-Teilnehmer jemals.
Viele Verbände könnten dem Beispiel folgen. So hat etwa Haiti die Möglichkeit, den Ex-Hannoveraner Allan Saint-Maximin zu rekrutieren. Der 28-Jährige steht derzeit beim mexikanischen Erstligisten CF America unter Vertrag und hat eher geringe Chancen auf eine Berufung für Frankreich.
Verteidiger-Talent Leny Yoro von Manchester United könnte neben Frankreich auch für die Elfenbeinküste auflaufen. Schalkes Überflieger Soufiane El-Faouzi wäre neben Deutschland auch für Marokko spielberechtigt. Cajetan Lenz vom SC Paderborn kann sogar zwischen den USA und Kolumbien aussuchen.
Für die Ausbildungsverbände ist solch ein Wechsel meist eher ärgerlich. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig forderte kürzlich sogar eine Ausbildungsentschädigung. Bei den Spielern stellt sich ein Verbandswechsel hingegen als ein guter Plan B dar. Denn so dürfen sie doch noch von der Teilnahme an einer Weltmeisterschaft träumen.
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.