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Hamburger SV: Mutzel gewinnt gegen Boldt vor Gericht: Das HSV-Beben und die Folgen

Boldt verliert gegen Mutzel vor Gericht: Das HSV-Beben und die Folgen

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Ex-Sportdirektor Michael Mutzel hat den Rechtsstreit gegen den HSV gewonnen. Wie reagiert der Vorstand?

Michael Mutzel gewinnt vor dem Hamburger Arbeitsgericht gegen den HSV und Sportvorstand Jonas Boldt. Die Freistellung des Sportdirektors wurde für unwirksam erklärt. Was bedeutet das für Boldt, den HSV und sogar Trainer Tim Walter? Sky klärt auf.

Beim Hamburger SV dürfte man sich den Start in die neue Saison anders vorgestellt haben. Eigentlich wollte man sich doch ganz auf den Aufstieg in die Bundesliga konzentrieren. Einen schmeichelhaften Sieg zu Saisonbeginn bei Eintracht Braunschweig und eine traurig-chaotische Woche später, inklusive einer Heimniederlage gegen Hansa Rostock, herrscht an der Elbe wieder einmal Tohuwabohu.

Sportdirektor Michael Mutzel ist kürzlich gerichtlich gegen seinen Arbeitgeber, die HSV AG, vorgegangen. Im Zentrum seiner Klage: Sportvorstand Jonas Boldt. Der Ex-Leverkusener hatte Mutzel erst beurlaubt und ihn dann später freigestellt. Zu Unrecht, wie sich nun laut des Hamburger Arbeitsgerichts herausstellte. Was war passiert? Und welche Folgen könnte der Mutzel-Sieg vor Gericht nun für den Sieger, den Klub, Boldt und sogar Trainer Tim Walter haben? Sky Sport beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was war passiert?

Der HSV hatte sich drei Tage vor dem ersten Saisonspiel gegen Braunschweig von Mutzel getrennt. Bereits zuvor kam es zur Beurlaubung des Ex-Fußball-Profis. Der Freistellung vorausgegangen war eine massive öffentliche Kritik seines Vorgesetzten Boldt: "Michael funktioniert in einer Führungsrolle rund um die Mannschaft nicht", hieß es vonseiten des Sportvorstands Anfang Juni. Mutzel durfte danach keinen Kontakt mehr zur Mannschaft haben. Vorstandskollege Dr. Thomas Wüstefeld und Aufsichtsratsboss Marcell Jansen missbilligten die Boldt-Entscheidung, hielten sich aber öffentlich zurück. Mutzel klagte daraufhin vor dem Hamburger Arbeitsgericht.

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Ex HSV-Sportdirektor Michael Mutzel mit erfolgreicher Klage am Arbeitsgericht.

Wieso will Boldt Mutzel loswerden?

Vor Gericht führte Boldt unter anderem an, dass Mutzel zu Wüstefeld "übergelaufen" sei, um sich auch für die Absetzung Boldts stark zu machen und um sich selbst als dessen Nachfolger ins Spiel zu bringen. Zudem soll sich Boldt bei Transferfragen übergangen gefühlt haben. Mutzel habe sich außerdem in Situationen, in denen ein Sportdirektor normalerweise dabei ist (Anfahrt zu Spielen, Analyse, etc.) nicht in der Nähe der Mannschaft aufgehalten. Alles Dinge, die zum Vertrauensverlust geführt haben sollen. In der am 14. Juli veröffentlichten Stellungnahme des HSV hieß es, dass über Mutzels "zukünftige Rolle keine Einigkeit herrschte". Demnach schien Boldt einem gezwungenen Machtwechsel auf Vorstandsebene entgegenkommen zu wollen.

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Warum klagt Mutzel?

Mutzels Schritt vor Gericht und das Pochen auf eine Fortsetzung seines Arbeitsverhältnisses statt zu versuchen, eine Einigung bei der Abfindung zu finden, dürfte nicht nur finanzielle Gründe haben. Einerseits gefalle Mutzel laut Sky Reporter Sven Töllner sein Job beim HSV und er möchte diesen weiter ausüben. Andererseits dürfte es für Mutzel ebenfalls darum gehen, sein Image zu retten.

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Dessen öffentliche Reputation würde nach der öffentlichen Schelte durch Boldt nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen. Ein Sieg vor Gericht und die damit verbundene mögliche Wiederaufnahme seines Jobs beim HSV könnten helfen, das Image wieder aufzupolieren.

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Zudem soll sich Mutzel bei der Klage auf einen im weitesten Sinne ähnlichen Fall bei Hannover 96 berufen haben. Dort wurde Gerhard Zuber, damaliger Assistent des ebenfalls gefeuerten Sportdirektor Horst Heldt, 2019 entlassen. Der Österreicher klagte jedoch mit Erfolg dagegen. Erst durfte er gezwungenermaßen weiterarbeiten, um dann wenige Monate später zum Sportdirektor befördert zu werden.

Und ja, der HSV (ein halbes Brutto-Jahresgehalt) und Mutzel (2,5 Brutto-Jahresgehälter) liegen bei der gewährten und geforderten Abfindung weit auseinander. Ein weiterer Aspekt, wieso es unwahrscheinlich sein dürfte, dass es zu einer außergerichtlichen Einigung kommt.

Wie urteilte das Gericht?

Kurz gesagt: Das Arbeitsgericht erklärte am Dienstag sowohl die Beurlaubung als auch die später erfolgte Freistellung des 42-Jährigen für unwirksam und Mutzel könnte Stand jetzt an seinen Schreibtisch zurückkehren.

Die HSV Fußball AG habe Mutzel nicht gegen dessen ausdrücklichen Willen beurlauben können, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts. Zudem äußerte die Kammer "Zweifel an der Wirksamkeit der im Arbeitsvertrag vereinbarten einseitigen Freistellungsmöglichkeit" und sah "auch keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein nachhaltig gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien". Gegen diese Entscheidung kann der HSV Berufung beim Landesarbeitsgericht Hamburg beantragen.

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Ex-Sportdirektor Michael Mutzel klagt gegen seinen Rauswurf beim HSV.

Nach der Entscheidung von Dienstag muss der HSV Mutzel theoretisch weiterbeschäftigen. Das Gericht betonte die "besondere Eilbedürftigkeit für eine fortgesetzte Beschäftigung, weil andernfalls ein weitergehender erheblicher Reputationsschaden" bei Mutzel zu befürchten sei.

Welche Folgen hat das Urteil…

…für den HSV?

Dass Mutzel nun bei den Hanseaten weiterarbeiten darf, wird Boldt nicht schmecken. Damit dürften sich die Fronten beim HSV weiter verhärten. Auf der einen Seite stehen Jansen, Wüstefeld und Mutzel, auf der anderen steht Boldt. "Boldt und Mutzel, das geht nicht mehr", erklärt Sky Reporter Töllner am Dienstag nach der Verkündung des Urteils. Ein harmonisches Arbeiten scheint ausgeschlossen, sowohl zwischen Boldt und Mutzel als auch zwischen Boldt und Wüstefeld.

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Um Ruhe in den Klub zu bekommen, steht der Aufsichtsrat des HSV damit wohl vor der Entscheidung, ob Boldt und Wüstefeld weiter das Vorstandsgespann der AG bilden können oder nicht.

…für Boldt?

Die Tage von Jonas Boldt beim HSV könnten sich dem Ende neigen. "Das ist nicht auszuschließen", so HSV-Experte Töllner. Eigentlich kündigte Jansen unlängst an, den bis Sommer 2023 gültigen Vertrag des ehemaligen Leverkusen-Managers verlängern zu wollen, doch die Gespräche liegen auf Eis. Jansen, dem eine Nähe zu Wüstefeld nachgesagt wird, entscheidet als Aufsichtsratsboss mit über die Zukunft des gebürtigen Nürnbergers. Dass Mutzel nun zurückkehren darf, ist eine herbe Niederlage für den 40-Jährigen. Seine Position im HSV-Vorstand hat sich damit verschlechtert.

…für Trainer Tim Walter?

Mit Boldt würde zudem auch der Trainer einen mächtigen Fürsprecher verlieren, so die Einschätzung von Sky Reporter Töllner. Die Haltung der Herren Wüstefeld, Jansen und Mutzel zu Tim Walter gilt gelinde gesagt als kritisch!

Mehr zum Autor Max Georg Brand

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