Jan-Christian Dreesen, Fernando Carro äußern sich zum möglichen Investoren-Einstieg
"Kein Blankoscheck": Dreesen & Co. reagieren auf DFL-Abstimmung
11.12.2023 | 22:04 Uhr
Nach dem mehrheitlich grünen Licht der Bundesligaklubs für die Einführung des Investoren-Models im deutschen Fußball haben sich einige Klub-Bosse bereits zu Wort gemeldet.
Die 36 Kubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga haben sich auf der DFL-Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main am Montag mehrheitlich für eine strategische Vermarktungspartnerschaft auf Liga-Ebene ausgesprochen. Das satzungsgemäß zuständige DFL-Präsidium erhielt somit das Mandat, eine strategische Vermarktungspartnerschaft zu verhandeln und gegebenenfalls rechtsverbindlich abzuschließen.
Sky hat die ersten Reaktionen einiger Klub-Bosse zu dem umstrittenen Beschluss im Überblick:
Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef FC Bayern München
Laut dem FCB-CEO ist der Investoren-Deal ein wichtiger Schritt für die "Entwicklung der Liga, die Gestaltungsmöglichkeit in eine Weiterentwicklung was die digitale Infrastruktur betrifft, und damit sind wir ganz zufrieden."
Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und Mitglied des DFL-Präsidiums:
"Das Vorgehen hat die notwendige Zweidrittel-Mehrheit erreicht, es handelt sich somit um eine demokratische Entscheidung, die wir selbstverständlich respektieren. Wichtig ist in dem weiteren Prozess, eine faire und sinnvolle Verteilung von Geldern zu erreichen, um den nationalen Wettbewerb attraktiver zu gestalten und damit auch finanziell zu stärken. Nun muss sich zeigen, wie stark die Gemeinschaft der DFL tatsächlich ist."
Fernando Carro, Geschäftsführer Bayer Leverkusen
"Im Sinne des deutschen Fußballs war es notwendig, Klarheit zu haben - sei es dafür oder dagegen. Heute ist nur ein kleiner Schritt gemacht worden. Die Arbeit fängt für die Geschäftsführung und das Präsidium jetzt erst richtig an." Die DFL-Führung müsse mit den interessierten Investoren "hart verhandeln, denn es geht hier um das Geld des deutschen Fußballs - und das ist ja kein Blankoscheck."
Vorstand und Geschäftsführung des 1. FC Köln:
"Wir haben das Private Equity-Modell bei der heutigen Abstimmung erneut abgelehnt. Mit der knappest möglichen Mehrheit von exakt 24 Club-Stimmen wurde das Modell jedoch bejaht. Der 1. FC Köln akzeptiert und respektiert dieses demokratisch getroffene Votum der DFL-Mitgliederversammlung und wird dieses vollauf mittragen. Damit einhergehend wird sich der 1. FC Köln im Rahmen seiner Möglichkeiten auch weiterhin aktiv und konstruktiv für eine positive Zukunftsgestaltung des deutschen Profifußballs einbringen."
Union-Präsident Dirk Zingler:
Union Berlin gehört nicht zu den 24 Erst- und Zweitligisten, die ihre Zustimmung für den geplanten Einstieg eines Investors bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gegeben haben. Man habe die eigene Position ausführlich dargelegt "und heute gegen den Antrag gestimmt", sagte Präsident Dirk Zingler in einem von Union verbreiteten Statement bei X, früher Twitter. Die Abstimmung bei der DFL-Mitgliederversammlung am Montag war geheim abgehalten worden. Der viel diskutierte Antrag erhielt gerade so die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit.
Zingler hatte am Sonntag in einem Schreiben an die DFL und die anderen 35 Profi-Klubs eine Verschiebung der Abstimmung über einen Investoren-Einstieg gefordert und scharfe Kritik am Verhalten anderer Klubs geübt. Unter anderem wollte Unions Präsident, dass die Klubs "Zeit und Mühe dafür aufwenden, Einigkeit zu erzielen, einen breiten Konsens unter allen Beteiligten herzustellen, eine Position der Stärke zu entwickeln", wie es in dem Schreiben hieß.
Darmstadt 98:
Der SV Darmstadt 98 gehört zu den 24 Erst- und Zweitligisten, die ihre Zustimmung für den geplanten Einstieg eines Investors bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gegeben haben. "Eine starke und erfolgreiche Zentralvermarktung durch die DFL, von der auch der SV 98 profitiert, stützt das 50+1-Prinzip und macht die Klubs dadurch unabhängiger von Investoreneinstiegen", teilte der Klub am Montagabend nach der Abstimmung in Frankfurt/Main mit.
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