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Kolumne: Lothar Matthäus über die DFB-Elf, Timo Werner, Jamal Musiala

Matthäus wird deutlich: DFB-Team spielt zu ängstlich

''So sehe ich das'' - die Sky Kolumne von Lothar Matthäus.
Image: ''So sehe ich das'' - die Sky Kolumne von Lothar Matthäus.  © Sky

Sky Experte Lothar Matthäus kritisiert in seiner Kolumne "So sehe ich das" die jüngsten Auftritte der DFB-Elf in der Nations League. Timo Werner nimmt er in Schutz, bei Jamal Musiala gerät Matthäus ins Schwärmen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat ein Abschluss-Problem. Die vielen Unentschieden und wenigen Treffer liegen in meinen Augen nicht ausschließlich an der offensiven Qualität der Spieler. Wir müssen etwas Generelles ändern. Wir sind einfach nicht zwingend genug im Herausspielen von Torchancen und erst recht nicht im Vollenden. Wir schießen sieben oder acht Mal aufs Tor und treffen nur einmal. Diese Quote muss deutlich verbessert werden, wenn wir bei der WM um den Titel spielen wollen.

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Bundestrainer Hansi Flick über die Entwicklung der deutschen Nationalmannschaft.

Es sind nicht nur unsere Angriffe, die zu ungefährlich sind. Wir schießen zu wenig aus der zweiten Reihe. Unsere Standards sorgen nicht für Gefahr. Es ist viel zu wenig Bewegung im gesamten Spiel unseres Teams. Das konsequente Agieren fehlt sowohl in den defensive Zweikämpfen, aber vor allem im Erzwingen von Möglichkeiten vor dem gegnerischen Tor. Ein Nico Schlotterbeck ist bei seinem Verein in der Luft eine Waffe. Wieso nicht auch für Deutschland? Der ganze Ballbesitz bringt uns nichts, wenn wir ihn nicht in Chancen umwandeln und dieses vor allem regelmäßig verwandeln.

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Matthäus nimmt Werner in Schutz

Es ist viel zu kurz gegriffen und am Ende dann immer leicht und billig auf Timo Werner draufzuhauen. Gegen die zu sein, die ohnehin ein wenig am Boden liegen und sich versuchen heraus zu kämpfen, ist es immer leicht. Aber unsere aktuell einzige Nummer 9, kann auch nichts dafür, wenn um ihn herum langsam, quer und einfallslos agiert wird.

Leider haben die besten Stürmer der Bundesliga einen ausländischen Pass. Anthony Modeste, Robert Lewandowski und Patrik Schick sind nicht für uns spielberechtigt. Entweder wir vertrauen weiter auf Timo oder wir spielen wie Manchester City mit drei falschen Neunern. Ich bin aktuell nicht der Meinung, dass wir Simon Terodde bräuchten, denn er hat seine tollen Leistungen bisher in der 2. Liga gezeigt und nicht im Oberhaus. Wenn man zu dem Entschluss kommt, dass ein gewisser Spieler-Typ fehlt und dieser ins geplante System passt, dann kann der auch aus der Regionalliga kommen.

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Matthäus: DFB-Team spielt zu ängstlich

Ich kann und will einem so erfolgreichen Trainer wie Hansi Flick keine Ratschläge erteilen. Aber klar muss man schauen, dass wir bis zum Turnier anders auftreten als gegen Ungarn oder auch in den letzten Spielen davor. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Spieler aktuell lieber keinen Fehler machen, als mal etwas zu riskieren, dass dann daneben geht. Vielleicht will der eine oder andere sein Standing nicht gefährden und spielt lieber den langweilig unriskanten Pass. Der bringt aber leider selten Erfolg. Dann gehen die Spieler wiederum mit enttäuschten Gesichtern vom Platz.

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Die deutsche Nationalmannschaft wartet auch nach dem dritten Nations-League-Spiel auf den ersten Sieg.

Im Grunde hätten sie fröhlich sein sollen, denn der Punkt gegen Ungarn war am Ende glücklich. Zwei Kopfball-Chancen kurz vor Schluss hätten noch stärkere Teams bei einer Weltmeisterschaft eventuell verwandelt. Auch die Temperaturen, die Strapazen nach der Saison oder die Reisen sind keine Ausreden. Die Engländer haben noch mehr Spiele in den Knochen, die Italiener erleben einen großen Umbruch und die Umstände sind zu diesem Zeitpunkt für alle Teams anstrengend.

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Matthäus schwärmt von Musiala

Manuel Neuer und Antonio Rüdiger sind gesetzt. Joshua Kimmich und Leon Goretzka haben aus bekannten Gründen noch nicht die Form, die sie auszeichnet. Trotzdem sind sie unantastbare Stammspieler würde ich sagen. Ilkay Gündogan macht immer vieles richtig, aber so richtig zündend ist das im Vergleich zu seinen Super-Leistungen bei City nicht immer.

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Oliver Bierhoff, Manuel Neuer, Jonas Hofmann, Kevin Schlotterbeck und Leon Goretzka nach dem 1:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn.

Wer mir mit am meisten Freude bereitet, ist Jamal Musiala. Kein Alibi-Fußball, keine ängstlichen Rückpässe, immer die Offensive und gefährliche Szene im Blick. Davon könnten sich viele andere etwas abschauen. Jonas Hofmann ist ein Gewinner der letzten Spiele. Bei allen anderen ist noch sehr viel Luft nach oben. Wir haben ohne Zweifel großartige Fußballer in unseren Reihen. Viele haben bei Top-Vereinen in den größte Ligen wichtige Rollen, Verantwortung und viel Erfolg. Das müssen sie für Deutschland jetzt dann bitte auch mal zeigen. Denn nur mit dem Ballgeschiebe wird das bei einer Weltmeisterschaft nichts.

Matthäus glaubt an Flick

Ich denke, dass Hansi im Vergleich zu Bayern noch nicht die 14, 15 Spieler hat, auf die er baut und die sein wichtigstes Gerüst bilden. Die sucht er noch und hat ja auch noch etwas Zeit dafür. Jemand, der mit dem FC Bayern in Rekordzeit alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, wird auch als Nationaltrainer erfolgreich sein.

Jetzt spielen wir nochmal gegen Italien und auch wenn wir aus eigener Kraft nicht mehr ins Final Four kommen können, sollten wir versuchen alle Spiele zu gewinnen und vor allem zu überzeugen. Egal ob im 3-5-2 oder in jeder anderen Formation. Das ist am Ende selten entscheidend. Vielmehr zählt der Wille, die Aktionen hinten oder vorne mit Elan und voll konzentriert erfolgreich abzuschließen. Und keiner kann mir erzählen, dass wir dafür nicht die richtigen Spieler haben. Aber die richtige Einstellung müssen sie schon selbst an den Tag legen.

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