Max Eberl attackiert FIFA-Pläne: Bayern-Boss nennt WM-Investorenmodell "beschämend“

Max Eberl hat die FIFA-Pläne zur Beteiligung privater Investoren an der WM scharf kritisiert. Der Bayern-Boss bezeichnete das Vorhaben von FIFA-Präsident Gianni Infantino als "beschämend“ und sprach von einem gefährlichen Kurs für den Fußball.

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Bayern-Sportvorstand Max Eberl hat mit Entsetzen auf die Expansionspläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino reagiert, der die WM mithilfe einer neuen Gesellschaft an private Investoren verkaufen will. Seine Reaktion im Wortlaut.

Die Debatte um die FIFA-Pläne zur WM-Vermarktung nimmt Fahrt auf. Neben Max Eberl äußerten auch Matthias Sammer, Florian Kohfeldt und Sebastian Hoeneß deutliche Bedenken.

Die Pläne der FIFA zur Beteiligung privater Investoren an der WM sorgen weiter für heftige Reaktionen im europäischen Fußball. Besonders deutlich wurde Sport-Vorstand Max Eberl vom FC Bayern München.

"Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Der Fußball gehört uns nicht", sagte der 52-Jährige am Mittwoch. Eberl kritisierte dabei vor allem die wirtschaftliche Ausrichtung der FIFA unter Präsident Gianni Infantino.

Noch schärfer fiel seine Bewertung der Verbandsführung aus. "Ich habe das Gefühl, die FIFA ist dafür da, nur Profit zu machen. Mich ekelt das an", erklärte der Bayern-Funktionär.

Eberl befürwortet WM-Boykott

Auch die Diskussion um einen möglichen WM-Boykott durch die UEFA kommentierte Eberl. Sollte die UEFA diesen Schritt ernsthaft prüfen, würde er eine klare Haltung Europas unterstützen. "Dann wäre ich tatsächlich dafür, dass wir als Europa eine starke Stirn bieten und sagen: Nein, da machen wir nicht mit", sagte Eberl.

Etwas differenzierter äußerte sich Matthias Sammer. Der Berater von Borussia Dortmund verwies auf die schwierige Rolle von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Zugleich warnte er davor, die Grundlagen des Sports zu gefährden.

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"Gianni Infantino muss es erstmal schaffen, allen gerecht zu werden. Das ist seine Aufgabe und die der FIFA. Es ist immer ein schmaler Grat", sagte Sammer. Jedoch sehe er eine "Gefahr, wenn in die Integrität des Spiels eingegriffen wird." Wenn man "die emotionale Glaubwürdigkeit des Fußballs aufs Spiel" setze, rühre dies an den "Grundmauern des Fußballs", betonte der 58-Jährige.

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Trainer sind entsetzt über FIFA-Pläne

Deutliche Kritik übte Florian Kohfeldt, Trainer beim Zweitligisten Darmstadt 98: "Als Privatperson halte ich es für eine Vollkatastrophe, was da passiert", schimpfte er: "Das Spiel an sich und das Erlebnis rücken immer weiter weg. Ich finde es zum Kotzen."

Marie-Louise Eta, seit dieser Saison Cheftrainerin der Frauen von Union Berlin, erklärte, dass für sie ein Stück weit der Glaube und Spaß verloren gehen würden, Trainerkollege Sebastian Hoeneß vom VfB Stuttgart sagte, ihm falle "gar nichts ein, was daran gut sein soll".

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