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Leipzig-Coach zu Gast bei Wontorra

Rangnick bei ''Wontorra - der o2 Fußball-Talk'': ganze Sendung

Sky Sport

04.02.2019 | 11:43 Uhr

1:54:24
Jörg Wontorra diskutiert in ''Wontorra - der o2 Fußball-Talk'' mit Ralf Rangnick und weiteren Gästen über die aktuelle Lage der Bundesliga (Videolänge: 1:55 h).

In ''Wontorra - der o2 Fußball-Talk'' diskutierten Ralf Rangnick, Sky Experte Jan Aage Fjörtoft und weitere Gäste unter anderem über den Titelkampf in der Bundesliga.

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig) ...

über Timo Werner: "Wir haben ihm und seinem Berater gegenüber gesagt, dass wir uns zeitnah eine Entscheidung wünschen. Spätestens wenn die Saison zu Ende ist, wollen wir natürlich wissen, was passiert. Dass wir in ein letztes Vertragsjahr gehen und den Vertrag auslaufen lassen, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Wir sind mit dem Angebot, das ihm jetzt vorliegt, absolut an unsere machbaren Grenzen gegangen und das weiß Timo auch. Dass er woanders mehr verdienen kann, glaube ich auch, aber er wird bei uns trotzdem dreimal warm essen können und sich das eine oder andere leisten können. Auch mit dem Vertrag, den wir ihm vorgelegt haben, wird er für den Rest seines Lebens ausgesorgt haben. Ich glaube nicht, dass finanzielle Aspekte am Ende den Ausschlag geben werden, sondern sportliche Überlegungen."

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Bei 'Wontorra - der o2 Fußballtalk' spricht Leipzig-Coach und -Sportdirektor Ralf Rangnick über einen möglichen Transfer von Angreifer Timo Werner (Video-Länge: 1:21 Minuten).

über den zukünftigen Trainer Julian Nagelsmann über ein mögliches Gerangel um Kompetenzen: "In jedem Verein, auch bei uns, ist der Cheftrainer der absolute Chef. Ich werde mich nächstes Jahr wieder oben auf die Tribüne setzen. Insofern ist völlig klar, dass Julian Nagelsmann, was das Tagesgeschäft angeht, das Sagen hat. Ich sehe vielmehr Chancen und Möglichkeiten, die wir haben, als Risiken. Natürlich werden wir das eine oder andere hinter verschlossenen Türen diskutieren, aber dass Julian Nagelsmann der absolute Chef ist, ist vollkommen logisch."

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RB Leipzigs Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick will dem zukünftigen Coach Julian Nagelsmann das Sagen überlassen (Dauer: 27 Sekunden).

über sein Burnout und jetzige Rolle als Trainer und Sportdirektor:„Mein Burnout hat bewirkt, dass ich mir Auszeiten nehme, dass ich an einem freien Tag das Handy ausmache. Das hätte ich mir vor sieben Jahren noch nicht vorstellen können. So wenig wie in der Zeit zwischen Weihnachten und dem Vorbereitungsbeginn habe ich in meiner Laufbahn noch nicht auf das Handy geschaut. Es zeigt, dass es möglich ist."

Podcast zur Sendung mit Ralf Rangnick:

zum Einsatz des VAR beim nicht gegebenen Tor von Bayern in Leverkusen: "Wenn selbst der Videoassistent fünfmal hinschauen muss, dann sollte man meiner Meinung nach wirklich sagen, 'im Zweifel für den Angreifer'. Diese Zeiten gab es ja mal. Das ist einfach ein Prozess, in dem wir uns befinden. Natürlich ist es für die Betroffenen, die Spieler, die Trainer, die Sportdirektoren im Moment sehr schwer. Ich bin ein absoluter Befürworter des Videobeweises, insgesamt macht er den Fußball auf alle Fälle gerechter. Aber es gibt weiterhin Diskussionsbedarf. Wir müssen der ganzen Geschichte die Zeit geben, die es braucht, um sich einzuspielen."

über den Abgang von Sandro Wagner: "Ich hätte vielleicht versucht, ihn zu halten, aber man muss da ja auch die Situation des Spielers sehen. Der hat ein absolutes Traumangebot bekommen, in zwei Jahren so viel zu verdienen wie in der gesamten Karriere zusammen nicht und dass man dann sagt, das können wir dem nicht verwehren, spielt natürlich eine Rolle."

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In diesem Video stellt sich Ralf Rangnick den Fragen von Jörg Wontorra (Länge: 02:51 Minuten)

über das Interesse der Bayern an Callum Hudson-Odoi trotz wenig Einsatzzeit in der Premier League: "Jadon Sancho hatte zum Zeitpunkt der Verpflichtung noch keine Sekunde in der Premier League gespielt, also das allein ist noch nicht das Argument. Wer jetzt Sancho spielen sieht, kann Borussia Dortmund nur gratulieren. Wir waren damals an dem Jungen auch dran. Das ist ein Ausnahmetalent. Der Grund, warum das so ist, liegt auf der Hand: Die Spieler (Hudson-Odoi, Matondo, Sancho, Smith Rowe) kommen von einem der sechs englischen Spitzenklubs und bei keinem dieser Spitzenklubs haben die Jungs eine Chance zu spielen, weil die Vereine aufgrund des vielen Geldes noch in ganz anderen Regalen Spieler suchen und holen. Für mich nachvollziehbar, dass die Bayern ihn holen wollen."

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über die Entwicklung des Fußballs in Europa: "Wir haben im Moment eine Phase, in der es in der Breite nicht mehr so viele Top-Spieler gibt, aber ich glaube trotzdem, dass wir sie immer noch haben. Ich sehe uns in den nächsten sieben, acht Jahren, auch bezüglich der Nationalmannschaft immer noch auf einem richtig guten Weg. Nur im Gegensatz zu England spielen eben die vorhandenen Toptalente in ihren Klubs tatsächlich auch eine Rolle. Sie gehören zur ersten Elf. Ein Kai Havertz ist ein absoluter Leistungsträger. Serge Gnabry kommt selbst bei Bayern München zu Einsatzzeiten. Das ist der Unterschied. Man sollte das alles auch nicht zu kritisch sehen."

über Borussia Dortmund und Lucien Favre: "Jetzt gerade in Dortmund sieht man ganz klar seine Handschrift. Das ist absolut sein Verdienst. Es zeigt sich, was man in einem Transferfenster bewirken kann. Wenn man Borussia Dortmund ist, hat man natürlich auch die Kraft, durch das Stadion, die internationalen Wettbewerbe und die finanziellen Möglichkeiten Spieler zu überzeugen. Aber du musst es trotzdem erst einmal machen. Sie haben einfach die richtigen Schlüsse aus der vorherigen Saison gezogen, die nicht so gelaufen ist, wie sie sich das vorgestellt haben. Sie haben eine Top-Transferpolitik gemacht, für mich eine glatte Eins inklusive der Verpflichtung des Trainers. Deswegen stehen sie aus meiner Sicht auch verdient dort, wo sie jetzt stehen."

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Ralf Rangnick lobt bei Wontorra den Dortmunder Umbruch und Trainer Favre und sieht sie zzurecht an der Spitze.

über das Saisonziel: "Wir würden schon sehr gerne nächstes Jahr wieder Champions League spielen. Das war von Anfang an unser Ziel. Dem haben wir auch untergeordnet, dass wir in der Europa League eben den gesamten Kader genutzt haben, um immer wieder in der Bundesliga mit der ausgeruhtesten Mannschaft an den Start zu gehen. Ich denke, das war auch richtig so und würde ich auch wieder so machen. Deswegen wollten wir trotzdem weiterkommen, die Art und Weise wie wir ausgeschieden sind, war extrem. Für mich bleibt das Kerngeschäft die Bundesliga."

über die Europa League: "Aber ich würde im Rückblick, das was ich nach dem Salzburg-Spiel in der Pressekonferenz gesagt habe, so nicht nochmal wiederholen. Auf der anderen Seite war das in dem Moment meine Überzeugung und meine Meinung. Ich bin immer noch der Meinung, dass die finanzielle Diskrepanz zwischen Europa League und Champions League viel zu groß ist. Es ist immer noch ein riesengroßer Unterschied, ob du Donnerstag Abend um neun spielst und dann wieder am Sonntag. Immer der Musik hinterher. Das ist auch psychologisch, sowohl für die Trainer als auch für die Spieler ein himmelweiter Unterschied, ob du Dienstag oder Mittwoch Champions League spielst und dann wieder samstags. Ich bleibe dabei, der 1. FC Köln wäre ohne Europa League jetzt noch in der Bundesliga. Die wären nicht abgestiegen. Der SC Freiburg ist deswegen beinahe mal abgestiegen, Augsburg genauso. Für viele Vereine ist es eher Fluch als Segen."

Sky Experte Jan Aage Fjörtoft ...

über Timo Werner: „Ich habe das Gefühl, er weiß was er an Leipzig hat. Jetzt kommt ein neuer Trainer, er kennt den Sportdirektor ganz gut. Vielleicht ist er nicht der Typ, der nach München geht. Sich wohlzufühlen, ist auch wichtig, er ist 22, das spricht für Deutschland. Ich glaube, viele englische Manager wollen ihn auch haben."

über Julian Nagelsmann bei RB Leipzig: „So ein großes Experiment ist es ja nicht. Einer der talentiertesten deutschen Trainer geht zu einem 60-Jährigen, der dieses Konzept und diese Philosophie aufgebaut hat. Das ist ein sicheres Projekt. Natürlich weiß Nagelsmann, wie das Konzept von RB Leipzig ist."

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In 'Wontorra - der o2 Fußballtalk spricht Sky Experte Jan Aage Fjörtoft über Bayerns Transferziel Callum Hudson-Odoi (Video-Länge: 41 Sekunden).

über das Interesse der Bayern an Hudson-Odoi: „Das ist ein Perspektivspieler. Das ist jetzt der Trend in Deutschland aus England Spieler zu holen, die 17 oder 18 sind und wir bezahlen unglaublich viel Geld und die Engländer reiben sich die Hände. Jadon Sancho hat das alles vorgemacht. Aber Hudson-Odoi hat 74 Minuten gespielt! Er spielt in einer Chelsea-Mannschaft nicht, die dieses Jahr nicht so gut ist. Das wäre der Stareinkauf von Bayern!"

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