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Real Madrid: Gareth Bale fällt mit Provokationen auf

Vom Helden zum Provokateur: Der Absturz von Gareth Bale bei Real

Felix Arnold

16.07.2020 | 15:08 Uhr

Gareth Bale (l.) und Real-Trainer Zinedine Zidane - das Tischtuch zwischen den beiden ist zerschnitten.
Image: Gareth Bale (l.) und Real-Trainer Zinedine Zidane - das Tischtuch zwischen den beiden ist zerschnitten. © DPA pa

Seinen letzten großen Auftritt hatte Gareth Bale im Champions-League-Finale 2018, als er Real Madrid gegen den FC Liverpool mit zwei Toren zum 13. Titel schoss. Mittlerweile steht der Waliser bei den Königlichen auf dem Abstellgleis und fiel zuletzt mit zahlreichen Provokationen negativ auf.

Vor sieben Jahren war Gareth Bale bei seinem Wechsel von den Tottenham Hotspur zu Real Madrid mit knapp 100 Millionen Euro noch der teuerste Fußballer der Welt. Der Waliser, der am heutigen Donnerstag (16.7.2020) seinen 31. Geburtstag feiert, spielt im Star-Ensemble von Real Madrid keine Rolle mehr. Doch was ist passiert, dass aus dem Superstar ein Sorgenkind wurde? Sky Sport ist auf Spurensuche gegangen.

Reals Held in der Champions League

Es läuft die 64. Spielminute im Champions-League-Finale 2018, als Gareth Bale zum Fallrückzieher ansetzt und den Ball unnachahmlich in die Maschen setzt. Damit bringt der Waliser die Königlichen auf die Siegerstraße, wenig später zieht er den Reds mit seinem Treffer zum 3:1-Endstand endgültig den Stecker.

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Fallrückzieher im CL-Finale! Bales schönste Szenen bei Real Madrid

Zwischen dem Bale, der auf dem Rasen des Olympiastadions in Kiew jubelt und dem Bale, der beleidigt auf der Tribüne verharrt, liegen nur etwas mehr als zwei Jahre. Im Mittelpunkt der Entwicklung der letzten Monate steht das schwierige Verhältnis zwischen dem Offensivstar und Trainer Zinedine Zidane.

Zerwürfnis mit Real-Trainer Zidane nicht zu kitten

"Bale war einer der Gründe, weshalb Zidane Real nach dem Triumph 2018 verlassen hat", erklärt Spanien-Experte Guillem Balague in seiner Kolumne für die BBC. Das Tischtuch zwischen Starspieler und Startrainer scheint für alle Zeiten zerschnitten. Zidane soll vor seiner Rückkehr im vergangenen Jahr sogar den Abgang des einstigen Leistungsträgers gefordert haben.

Und so ist es kein Wunder, dass Bale auch seit dem Beginn von Zidanes zweiter Amtszeit nur noch selten spielt.

In den vergangenen Wochen und Monaten war der 31-Jährige nur noch Mitläufer beim weißen Ballett, kommt in dieser Spielzeit auf 16 Einsätze für Real, in den vergangenen fünf Partien stand er nicht einmal mehr im Kader.

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Haben sich nicht mehr viel zu sagen: Superstar Gareth Bale (l.) und Real-Coach Zinedine Zidane.
Image: Haben sich nicht mehr viel zu sagen: Superstar Gareth Bale (l.) und Real-Coach Zinedine Zidane.  © Imago

Und das, obwohl der Waliser nach wie vor der fünftbeste Torschütze Real Madrids in diesem Jahrhundert ist. Seine Bilanz ist beeindruckend: 105 Tore in 251 Spielen. Zuletzt ist er jedoch nicht als Profi, sondern mehr als Provokateur in Erscheinung getreten.

Bale provoziert die Königlichen laufend

Seine neue Position auf den Tribünen der spanischen Liga scheint dem Routinier gehörig gegen den Strich zu gehen, seinem Unmut lässt Bale freien Lauf und spart nicht mit Affronts gegenüber seinem Arbeitgeber. Ob schlafend auf der Tribüne oder mit einem imaginären Fernglas das Spielgeschehen beobachtend - immer wieder kommen ihm neue Ideen, wie er die Real-Bosse gehörig unter Spannung setzen kann.

Gareth Bale (M.) hält nach der Qualifikation seines Heimatlandes für die Europameisterschaft eine Wales-Flagge in die Kamera - eine deutliche Botschaft. Quelle: Getty Images/Athena Pictures
Image: Gareth Bale (M.) hält nach der Qualifikation seines Heimatlandes für die Europameisterschaft eine Wales-Flagge in die Kamera - eine deutliche Botschaft. Quelle: Getty Images/Athena Pictures

Bereits im vergangenen Jahr hatte Bale die Qualifikation zur Europameisterschaft genutzt, um gemeinsam mit seinen Kollegen aus der walisischen Nationalmannschaft ein Banner zu präsentieren. Die Aufschrift: "Wales, Golf, Madrid. In dieser Reihenfolge." Ein deutlicher Fingerzeig in Richtung der Königlichen, die damals noch mit Bedacht reagierten. Doch wie werden sie die neuerlichen Provokationen kontern?

Rückkehr nach England eher unwahrscheinlich

Nach sieben Jahren in der spanischen Hauptstadt wäre es für alle Seiten wohl am besten, wenn Bale die Madrilenen im Sommer verließe. Das Problem: Der Spieler selbst weiß genau, dass kein anderer Verein ihm ein ähnlich königliches Gehalt bezahlen wird - auch nicht in der äußert wohl situierten Premier League. Schon im vergangenen Sommer scheiterte ein Wechsel nach China im letzten Moment aus finanziellen Gründen.

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Im Rosenkrieg drohen weitere Kapitel

Da stellt sich die Frage: Welche Partei sitzt denn nun am längeren Hebel? Nach ähnlichen Fällen in der Vergangenheit möchte Real nun Stärke demonstrieren und sich auch von Bales Stänkereien nicht erpressen lassen. Dieser zeigt sich wenig nachgiebig und sorgt regelmäßig für Aufsehen - der Rosenkrieg könnte also noch eine ganze Weile dauern.

  1. Das sind die teuersten Transfers aller Zeiten.
    Image: Mit seinem Wechsel von Barcelona zu Paris St. Germain stieg Neymar 2017 zum teuersten Transfer der Fußballgeschichte auf. Sky Sport zeigt die Top 15 der größten Vereinswechsel (Quelle: transfermarkt.de, Stand 16.07.2020). © DPA pa
  2. 2018: Matthijs de Ligt (Juventus) - Zumeist sind es die Offensivstars, die im Rampenlicht stehen. So war de Ligt der erste Verteidiger, der diese Auszeichnung erhielt. Beim niederländischen Top-Klub Ajax Amsterdam ging er mit 18 Jahren als Kapitän voran und führte den Verein sensationell ins Halbfinale der Champions League. Nach schwierigem Start bei der Alten Dame, erhielt der 85-Millionen-Mann zuletzt mehr Einsatzzeit und etabliert sich allmählich in Juves Abwehr.
    Image: Platz 15: Matthijs de Ligt war Juventus Turin bereits in jungen Jahren viel Geld wert. Das niederländische Abwehrtalent brachte Ajax Amsterdam 85,5 Millionen Euro ein und ist heute Stammspieler in der Verteidigung der alten Dame.  © Imago
  3. Platz 14: Der Wechsel von Harry Maguire zu Manchester United brachte Leicester City einen gewaltigen Geldregen: 87 Millionen Euro überwiesen die Red Devils für den Engländer. Seine Leistungen in der ersten Saison für United waren eher durchwachsen.
    Image: Platz 14: Der Wechsel von Harry Maguire zu Manchester United brachte Leicester City einen gewaltigen Geldregen: 87 Millionen Euro überwiesen die Red Devils für den Engländer. Seine Leistungen in der ersten Saison für United waren eher durchwachsen.  © Getty
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    Image: Platz 13: Neymar war bereits ein Superstar, bevor er das erste Mal in Europa spielte. Und der hat seinen Preis. 88,2 Millionen Euro ließ sich der FC Barcelona den Brasilianer vom FC Santos 2013 kosten. Später wurde er sogar noch teurer... © Getty
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    Image: Platz 12: Auch wenn er vielleicht nicht immer die austrainierteste Figur macht, Tore schießen kann Gonzalo Higuain. Das weiß auch Juventus Turin, und überwies dem SSC Neapel 2016 90 Millionen Euro für den Sturmtank. © Getty
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    Image: Platz 11: Cristiano Ronaldo prägte nach seinem Wechsel 2010 von Manchester United zu Real eine Ära bei den Königlichen. Schon bei seinem Wechsel nach Madrid kostetet der portugiesische Superstar 94 Millionen Euro - nicht sein letzter Big Deal... © Getty
  7. PLATZ 3: REAL MADRID – 1,168 Milliarden Euro. Wertvollster Spieler: Eden Hazard (135,5 Mio).
    Image: Platz 10: Eden Hazard verließ den FC Chelsea vor dieser Saison und heuerte bei Real Madrid an - für stolze 100 Millionen Euro. Bei den Königlichen kommt der Belgier bislang nicht zurecht, auch aufgrund von Verletzungsproblemen.  © Getty
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    Image: Platz 9: Der Waliser Gareth Bale wurde zum ersten 100-Millionen-Transfer der Fußballwelt. Nach seinem Wechsel von den Tottenham Hotspur zu Real Madrid war der Offensivstar drei Jahre lang der teuerste Spieler der Welt. © Getty
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    Image: Platz 8: Im Sommer 2016 wechselte Paul Pogba für die damalige Rekordablöse von 105 Millionen Euro von Juventus Turin zu Manchester United - bei den Red Devils war der Franzose bereits in der Jugend aktiv.  © Getty
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    Image: Platz 7: Cristiano Ronaldo prägte eine Ära bei Real Madrid und gewann mit den Spaniern zahlreiche Titel. Im Sommer 2018 suchte der Portugiese eine neue Herausforderung - und fand diese bei Juventus Turin - die alte Dame zahlte 117 Millionen Euro. © DPA pa
  11. Antoine Griezmann schnürte einen Doppelpack.
    Image: Platz 6: Antoine Griezmanns Wechsel von Atletico zum FC Barcelona sorgte für Aufsehen. Insgesamt flossen 120 Millionen Euro für den französischen Superstar, der bei den Katalanen noch keine Bäume ausreißt.  © Getty
  12. Felix' bisherige Saison in Spanien läuft zumindest ordentlich. Mit 20 Jahren hat der Offensivmann immer wieder mit kleineren Blessuren zu kämpfen und konnte längst nicht so zünden, wie es sich die sportlich Verantwortlichen in Madrid erhofft hätten.
    Image: Platz 5: Bei seinem Rekordwechsel von Benfica Lissabon zu Atletico Madrid war das portugiesische Top-Talent den "Colchoneros" stolze 126 Millionen Euro wert.  © Imago
  13. Ousmane Dembele würde beim BVB im Offensivspiel eine riesige Lücke zurücklassen.
    Image: Platz 4: Im Sommer 2017 verließ Flügelflitzer Ousmane Dembele Borussia Dortmund im Streik für eine Sockelablöse in Höhe von 105 Millionen Euro für dieselbe Ablösesumme in Richtung Barcelona.  © DPA pa
  14. Eine PR-Panne könnte schon verraten haben, wohin der Weg von Liverpools Philippe Coutinho führt: Im Online-Shop des FC Barcelona gab es an Silvester bereits Trikots mit dem Namen des Angreifers zu bestaunen.
    Image: Platz 2: Mit 145 Millionen Euro vom FC Liverpool zum FC Barcelona ist Philippe Coutinho der zweitteuerste Brasilianer und der zweitteuerste Transfer aller Zeiten. Bei den Katalanen kam er nicht zurecht und wurde zuletzt an den FC Bayern verliehen. © DPA pa
  15. Kylian Mbappe von PSG will seine Torjägerkanone teilen.
    Image: Platz 2: Kylian Mbappe, Wunderkind von Serienmeister PSG, ist heute der wertvollste Fußballer der Welt. Und schon bei seinem Wechsel an die Seine war der junge Franzose stolze 145 Millionen Euro wert, als er nach seiner Leihe von der AS Monaco kam. © DPA pa
  16. Dem Wechsel von Neymar nach Paris steht wohl nichts mehr im Weg.
    Image: Platz 1: Den absoluten Transfer-Rekord stellte Neymar auf, der zum zweiten Mal auf der Liste auftaucht. Paris St. Germain bezahlte für den Brasilianer die unfassbare Summe von 222 Millionen Euro. © Getty

So droht die Zeit des ehemals teuersten Spielers der Welt bei den Königlichen ein unrühmliches Ende zu finden.

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