Super-GAU droht! Der beispiellose Absturz von Tottenham Hotspur

Während die Spurs in der Champions League vielversprechend im Rennen sind, droht im Premier-League-Alltag der Super-GAU.

Tottenham Hotspur steckt tief in der Krise.
Image: Tottenham Hotspur steckt tief in der Krise.  © DPA pa

Fünf Ligapleiten in Folge, nur 29 Punkte und die Abstiegszone in unmittelbarer Nähe! Tottenham Hotspur ist am Tiefpunkt angelangt. Der neue Trainer steht bereits massiv in der Kritik. Sind die Spurs noch zu retten?

Die Fans haben genug. Nachdem Ismaila Sarr Crystal Palace mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 endgültig auf die Siegerstraße brachte, verließen zahlreiche Tottenham-Anhänger das Stadion. Schon vor der Halbzeitpause! Das Comeback in Unterzahl blieb auch im zweiten Durchgang aus. Die Spurs verloren gegen die Glasner-Elf ihre fünfte Premier-League-Partie in Folge.

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Premier League, 29. Spieltag: Tottenham Hotspur rutscht immer tiefer in die Krise. Der Champions-League-Achtelfinalist verlor sein Heimspiel gegen Crystal Palace mit 1:3. Es war die fünfte Niederlage nacheinander.

Der Super-GAU droht! Tottenham versinkt in einem Meer aus Gift", urteilte The Guardian. "Der Abstieg ist für die Besitzer des besten und teuersten Stadions des Landes keine ferne Perspektive mehr. Im Gegenteil, es wird alles nur allzu real."

Abstiegszone rückt immer näher

Die rote Zone ist nur noch einen Zähler entfernt. Mit 29 Punkten aus 29 Spielen stehen die Nord-Londoner auf dem 16. Platz - punktgleich mit Nottingham. Die Situation verschärft sich nach mittlerweile elf sieglosen Spielen in Serie - auch weil mit West Ham einer der Haupt-Konkurrenten Boden gut gemacht hat. Während die Spurs zuletzt einen "Nuller" nach dem anderen einfuhren, holten die Hammers acht Punkte in den vergangenen fünf Spielen auf. 84 Prozent der User von Sky Sports rechnen aktuell mit einem Abstieg der in England eher unbeliebten und viel belächelten Spurs.

"Es ist schwer, das in Worte zu fassen, aber wir müssen uns unserer Lage bewusst werden und um jedes Spiel kämpfen", betonte Tottenham-Angreifer Dominic Solanke bei SpursPlay. "Wir müssen um jedes Ergebnis kämpfen, und es sind nicht mehr viele Spiele übrig, also müssen wir bald anfangen [zu gewinnen]."

Die Abstiegsangst ist real. Aber wie konnte es dazu kommen?

Die Gründe für den Spurs-Zerfall

Schon in der Vor-Saison steckte Tottenham tief im Tabellenkeller fest, profitierte am Ende vor allem von der schwachen Konkurrenz aus Leicester City (25 Punkte), Ipswich Town (22 Punkte) und Southampton (zwölf Punkte). Am Ende beschönigte der Europa-League-Titel eine sonst desaströse Saison.

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Die Liga-Misere setzte sich auch nach dem EL-Coup fort: Leistungsträger wie James Maddison (Kreuzbandriss), Mohammed Kudus und Rodrigo Bentancur (beide Oberschenkel) verletzten sich schwer, die Defensive zeigte sich fehleranfälliger denn je und auch die namhaften Neuzugänge wie Xavi Simons, Randal Kolo Muani und Mathys Tel konnten die Erwartungen nicht erfüllen.

Brentfords langjähriger Erfolgstrainer Thomas Frank scheiterte schlussendlich im Norden Londons, musste in seinem Premierenjahr mit 1,29 Punkten im Schnitt gehen. Auch unter seinem Nachfolger Igor Tudor ist keine Besserung in Sicht. Der 47-Jährige steht bereits nach drei Wochen (!) massiv in der Kritik. "Igor der Schreckliche! Ein elendiges Tottenham muss akzeptieren, dass Tudor gehen muss, wenn sie in der Liga bleiben wollen", hieß es im Mirror nach der jüngsten Pleite. "Igor Tudor hat die Nord-Londoner noch chaotischer gemacht, und seine Tage könnten gezählt sein", schrieb die Daily Mail.

Während die Palace-Fans die höhnischen "sacked in the morning [du wirst morgen entlassen]"-Gesänge skandierten, schwieg Tudor selbst: "Dazu werde ich mich nicht äußern", antworte der Teammanager auf die Frage, ob er beim nächsten Auswärtsspiel beim FC Liverpool (am 15. März, um 17:30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Premier League) noch auf der Bank sitzen werde.

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Tottenhams Cheftrainer Igor Tudor ist trotz der 1:3-Heimpleite der Spurs gegen Crystal Palace zuversichtlich und kämpferisch für die weitere Saison der Londoner. Das Spiel markierte die fünfte Niederlage in Folge für Tottenham.

Eklatante Zahlen - Abstieg aber eher unwahrscheinlich

Unabhängig von der Trainerpersonalie ist der Blick in die Statistiken eklatant: Mit zwölf Fehlern vor Gegentoren verzeichnet Tottenham den schwächsten Wert der Liga. 46 Gegentore (Platz 15) sind für die Ansprüche der Spurs ebenfalls zu viel. Dazu verloren die Akteure bereits 1.604 Zweikämpfe (Platz 19). Ein weiteres Armutszeugnis: Nur Wolverhampton (20) musste sich seit Beginn der Vorsaison in mehr Heimspielen geschlagen geben als die Nord-Londoner (19). Mit 31 Heim-Zählern hat Tottenham in diesem Zeitraum die wenigsten gesammelt (Ab- und Aufsteiger ausgeklammert). Kein Wunder, dass die Fans langsam aber sicher die Geduld verlieren.

Dass die Spurs absteigen, ist statistisch gesehen dennoch unwahrscheinlich. Der OPTA-Supercomputer beziffert die Chance auf 16,1 Prozent. Nichtsdestotrotz sind Anzeichen alarmierend, richtungsweisende Partien stehen vor der Tür. Zwischen dem Champions-League-Achtelfinale gegen Atletico geht es an die Anfield Road zum FC Liverpool. Im Anschluss kommt es zum "Schicksalsspiel" gegen Nottingham Forest (am 22. März, um 15:15 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport).

Spätestens danach dürfte sich zeigen, wie groß die Abstiegssorgen von Tottenham Hotspur wirklich sind …

Mehr zum Autor Nico Ditter

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