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VfB Stuttgart News: Hansi Müller zur Krise beim VfB Stuttgart

VfB-Legende Müller: "Den Trainer zu entlassen, wäre der falsche Weg“

186 Spiele für den VfB, 65 Tore - Hansi Müller ist eine Stuttgarter Legende. Nach seiner Karriere war der ehemalige Nationalspieler im Vorstand und im Aufsichtsrat der Schwaben aktiv. Im exklusiven Interview spricht Müller über die schwierige sportliche Situation bei seinem Ex-Klub.

Sky Sport: Herr Müller, wie schauen Sie aktuell auf den VfB Stuttgart?

Hansi Müller: Schon mit ein bisschen Sorgen. Letztes Jahr war eine super Saison und dieses Jahr stehen Sie unten im Keller. Das wird eine harte Nuss. Du musst bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen.

Sky Sport: Der VfB hat seit vier Spielen nicht mehr getroffen. Wo sehen Sie die Probleme?

Müller: Ein Riesenproblem ist, wenn Sasa Kalajdzic und auch Silas so lange ausfallen. Die brauchen jetzt Wochen, um den Rhythmus wieder zu bekommen und wieder auf ihr Level zu kommen. Das ist natürlich ein Hauptproblem: Man ist vorne zu ungefährlich.

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Sky Sport: Ist es zu riskant sich auf die beiden zu verlassen, nach ihren langen Verletzungen?

Müller: Auf die beiden darfst du dich nicht verlassen, weil sie einfach noch eine gewisse Zeit brauchen. Es kommt auch von anderen Offensivspielern zu wenig. Mateo Klimowicz, wenn er mal eingewechselt wird oder Tanguy Coulibaly, auch Roberto Massimo, Philipp Förster: Da fehlt für mich einfach die Qualität, um das auszugleichen.

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Sky Sport: Was sagt der Stürmer Hansi Müller: Was macht es mit den Spielern, wenn sie so lange nicht treffen?

Müller: Wenn du vier Spiele nicht triffst, gehst du natürlich nicht mit breiter Brust auf den Platz. Du brauchst schnell ein Erfolgserlebnis, am besten schon gegen Freiburg, dass der Knoten wieder platzt. Ich traue es der Mannschaft zu. Wenn mal wieder ein Tor fällt ist die Mannschaft wieder befreiter, dann kommt vielleicht auch noch ein zweites und drittes.

Sky Sport: Haben Sie noch einen Tipp für Sasa Kalajdzic und Co. wie es mit dem Tore schießen wieder klappen kann?

Müller: Erstmal muss ich sagen: Sasa Kalajdzic ist für mich ein überragender Fußballer. Er ist ein super Kerl, authentisch, sympatisch, auch humorvoll. Ihm wünsche ich, dass er am Samstag eine Kiste macht, dann platzt der Knoten. Als Tipp würde ich sagen: Sie sollen weiter an sich glauben. Sie können kicken, das haben Sie bewiesen. Daran müssen sie sich wieder erinnern.

Sky Sport: Was die Zusammenstellung der Mannschaft angeht setzt der VfB konsequent auf junge Spieler. Ist das für Sie der richtige Weg?

Müller: Was mir letztes Jahr gefallen hat, waren auf der Sechs Endo und Mangala und davor Castro, ein Vollblut-Fußballer, der jetzt leider inzwischen leider in Bielefeld ist. Wie man gesehen hat kann er auch dort noch Tore machen. Das ist aus meiner Sicht ein Manko, dass man keinen kreativen Offensivspieler hat. Da fehlt es an Überraschungsmomenten und Risikobereitschaft, um das Spiel nach vorne anzukurbeln.

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Sky Sport: War es ein Fehler, Gonzalo Castro gehen zu lassen?

Müller: Aus der Ferne ist das schwierig zu beurteilen. Aber ich bin Fan von ihm. Er ist ein überragender Fußballer. Jetzt wird er wahrscheinlich beim Konkurrenten Bielefeld zeigen, dass er es noch kann.

Sky Sport: Kann die junge VfB-Mannschaft im Abstiegskampf überhaupt bestehen?

Müller: Jede Mannschaft lebt von einer guten Mischung. Es ist brandgefährlich, wenn man auf zu viele Junge setzt, die die Nerven verlieren, weil der Druck zu groß ist. Da muss man schauen, dass man den ein oder anderen Erfahrenen drin hat. Ich würde auch Marc Oliver Kempf nicht abgeben. Ich glaube, dass der im Abstiegskampf noch ganz wichtig werden kann.

Sky Sport: Hoffen Sie, dass der VfB in der aktuellen Transferphase noch den ein oder anderen erfahrenen Spieler verpflichtet?

Müller: Ich weiß nicht, wie der Markt aussieht und wer bezahlbar ist. Der VfB hat auch einen Kader von über 30 Leuten, finanziell steht man auch mit dem Rücken zur Wand. Ich glaube nicht, dass sich bei den Transfers noch was tut.

Sky Sport: Was muss der VfB generell tun, um sich aus der schwierigen Tabellensituation zu befreien?

Müller: Wichtig ist, Ruhe zu bewahren. Nur zu viel Ruhe bewahren und entspannt absteigen wäre natürlich nicht so schön. Ich würde versuchen einen Spieler auf dem Platz zu bestimmen, der auch mal laut wird. Einen Waldemar Anton zum Beispiel. Der die anderen in die Pflicht nimmt und auch mal zusammenstaucht, damit Feuer in der Bude ist. Mir ist das zu ruhig. Das Spiel in Leipzig war ein Schritt nach vorne, aber da muss noch mehr kommen.

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Sky Sport: Wie kann man dieses Feuer wieder in die Mannschaft bringen?

Müller: Ich erwarte, dass man sich auch gegenseitig mehr anstachelt. Da geht es viel zu ruhig zu. Die Spieler müssen wissen, in welcher Situation sie sind. Da geht es darum, um jeden Zentimeter zu kämpfen und auch mal laut zu sein. Das vermisse ich.

Sky Sport: Sprechen wir mal über den Trainer. Sven Mislintat stärkt Pellegrino Matarazzo immer den Rücken, würde mit ihm im Zweifel sogar in die 2. Liga gehen. Halten Sie das für den richtigen Weg?

Müller: Pellegrino Matarazzo und Sven Mislintat haben aus meiner Sicht bisher einen sehr guten Job gemacht. Jetzt wird es natürlich ein bisschen brenzlig durch die Tabellensituation. Da darf man die Nerven nicht verlieren. Es ist wichtig, dass der Trainer weiter das volle Vertrauen bekommt. Nur so kann er sein Potenzial ausschöpfen und die Mannschaft wieder nach vorne bringen. Ich glaube nicht, dass es die richtige Maßnahme wäre zu sagen: Wir trennen uns vom Trainer und holen irgendeinen Feuerwehrmann. Das wäre ein Schnellschuss, der nicht fruchtet.

Das Interview führte Dennis Bayer

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