Wird CR7-Klub Al-Nassr im Vergleich zur Saudi-Konkurrenz benachteiligt?

Cristiano Ronaldo sieht seinen Klub Al-Nassr im Vergleich zu den anderen Meisterschaftskandidaten in der Saudi Pro League benachteiligt.

Christiano Ronaldo bejubelt seinen Elfmeter zum Rekord-Treffer.
Image: Cristiano Ronaldo spielt seit 2023 bei Al-Nassr.  © DPA pa

Doch ein Blick auf die Transfer- und Gehaltsausgaben der Topklubs zeigt, dass der Superstar nur zum Teil richtig liegt.

Auf Vereinsebene hat Cristiano Ronaldo fast alles erreicht. Fünf Mal gewann er die Champions League, in England (Manchester United), Spanien (Real Madrid) und Italien (Juventus) wurde er mit seinen Klubs Meister und Pokalsieger. Nur in Saudi-Arabien blieb ihm ein nationaler Titel bisher verwehrt.

Aktuell steht der Portugiese, der am Donnerstag seinen 41. Geburtstag feierte, mit Al-Nassr auf Platz drei der Saudi Pro League. Mit einem Sieg am heutigen Freitag (18:30 Uhr) gegen Meister Al Ittihad könnte man auf Rang zwei klettern, doch Ronaldo steht da erneut nicht auf dem Platz.

Zuletzt hatte er beim Spiel gegen Al-Riyadh schon gefehlt. Offenbar aus Protest. Der Vorwurf: Sein Klub werde ungerecht behandelt. Angeblich habe Al-Nassr weniger Geld vom staatlichen Saudi Public Investment Fund bekommen als die Konkurrenz im Kampf um den Titel.

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Benzema-Wechsel bringt Fass zum Überlaufen

Das Fass zum Überlaufen brachte aus Ronaldos Sicht der Wechsel seines ehemaligen Teamkollegen Karim Benzema zum Rivalen Al-Hilal, an dem der SPIF auch 75 Prozent Anteile hat.

Ronaldo und Benzema gewannen zusammen vier Champions-League-Titel mit Real Madrid. Nun wechselte Benzema von Al-Ittihad zu Al-Hilal. In seinem ersten Spiel erzielte der Franzose einen Hattrick und steht mit seinem neuen Klub an der Tabellenspitze.

Das nagt an Ronaldos Ehre. Hat der Portugiese recht?

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CR7-Klub bei Transferausgaben auf Platz zwei

  • Auf der einen Seite ja. Benzema wechselte zwar ablösefrei, aber Al-Hilal liegt bei den Transferausgaben klar an der Spitze. 647 Millionen Euro gab der Klub seit 2023 für neue Spieler aus. Im vergangenen Sommer kam Darwin Nunez für 53 Millionen Euro vom FC Liverpool, Theo Hernandez wurde für 25 Millionen von der AC Mailand geholt. Rekord-Zugang des Klubs ist bis heute Neymar, der in der Saison 2023/24 von PSG verpflichtet worden war.
  • Doch bereits an zweiter Stelle im Ranking der Klubs mit den höchsten Ausgaben steht Al-Nassr. 410 Millionen Euro gab der CR7-Klub seit 2023 aus. Mohamed Simakan (für 45 Millionen aus Leipzig), Joao Felix (für 30 Millionen vom FC Chelsea) und der ehemalige Bayern-Star Kingsley Coman (25 Millionen) kamen im Sommer. Rekord-Transfer ist der Kolumbianer Jhon Duran, der im Januar 2025 für 77 Millionen von Aston Villa verpflichtet wurde, aktuell aber noch an Fenerbahce ausgeliehen ist und vor einem Leihwechsel nach Russland steht.
  • An dritter und vierter Stelle des Transferausgaben-Rankings folgen Al-Ahli (380 Millionen) und Al-Ittihad (365 Millionen). Al-Ahli gewann mit seinem deutschen Trainer Matthias Jaissle 2025 aber die AFC Champions League, Al-Ittihad ist amtierender Meister. Beide Klubs haben weniger Geld ausgegeben, aber im Gegensatz zum Ronaldo-Klub Al-Nassr zuletzt wichtige Titel gewonnen.

Ronaldo bekommt soviel wie seine Mitspieler zusammen

  • Blickt man auf die Spielergehälter, liegt zwar auch hier Al-Hilal vorn mit einer geschätzten Bruttojahresgehaltsabrechnung von 387.920.000 Euro pro Jahr (7.460.000 Euro pro Woche, Quelle: Capology), ohne Boni.
  • Al-Nassr folgt mit 357,9 Millionen Euro pro Jahr (6,88 Millionen pro Woche). Den Löwenanteil macht dabei Ronaldos Gehalt aus. Der Portugiese streicht 500.000 Euro am Tag (!) ein, macht 3,5 Millionen pro Woche und 182,5 Millionen im Jahr.
  • Im Vergleich zahlen Al-Ahli (168,6 Millionen pro Jahr (3,24 Millionen pro Woche) und Al-Ittihad (77 Millionen pro Jahr, 1,48 pro Woche) geradezu bescheidene Gehälter.
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Liga-Sprecher rüffelt Superstar

Cristiano Ronaldos Vorwurf, sein Verein würde finanziell nicht genügend unterstützt, greift nicht. Denn er selbst sorgt mit seinem Gehalt dafür, dass an anderer Stelle Geld zur Verstärkung des Kaders fehlt.

"Cristiano hat sich seit seiner Ankunft voll und ganz für Al-Nassr engagiert und eine wichtige Rolle für das Wachstum und die Ambitionen des Vereins gespielt", erklärte ein Liga-Sprecher laut dem britischen Sender BBC und der Nachrichtenagentur PA: "Aber kein Einzelner - egal wie bedeutend er auch sein mag - trifft Entscheidungen, die über seinen eigenen Verein hinausgehen."

Die Klubs hätten "ihre eigenen Vorstände, ihre eigenen Führungskräfte und ihre eigene Fußballleitung", erklärte der Sprecher: "Entscheidungen über Neuverpflichtungen, Ausgaben und Strategien liegen bei diesen Vereinen, innerhalb eines finanziellen Rahmens, der Nachhaltigkeit und Wettbewerbsausgleich gewährleisten soll."

Vielleicht sollte der Superstar nicht lamentieren, sondern seinem Klub finanziell entgegenkommen, damit es für ihn endlich mit dem ersehnten Titel in Saudi-Arabien klappt.

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