U20-Frauen-WM: UEFA steht offenbar vor Rückzug ihrer Boykottdrohung
Der drohende Boykott von FIFA-Wettbewerben durch die UEFA wird nicht stattfinden. Nach Medienberichten hat der Weltverband Zusicherungen gegeben, künftig keine Investorenpläne rund um WM-Rechte mehr zu verfolgen.
26.08.2026 | 17:46 Uhr
Wenige Tage vor dem Start der U20-Frauen-WM in Polen deutet alles auf eine Entspannung im Streit zwischen UEFA und FIFA hin. Die europäischen Teams werden regulär teilnehmen, wie die FIFA nun bestätigte.
Der Streit zwischen UEFA und FIFA um die Zukunft der Vermarktungsrechte großer Turniere scheint gelöst. Nach Informationen des Guardian ist der europäische Fußballverband bereit, seinen angedrohten Boykott von FIFA-Wettbewerben zurückzunehmen. Für das Turnier "liegen dem polnischen Fußballverband (PZPN) keine Informationen über einen möglichen Rückzug einer teilnehmenden Mannschaft aus dem Turnier vor", heißt es vom Verband gegenüber ntv.de.
Nun veröffentlichte auch die FIFA ein offizielles Statement und bestätigte die Austragung des Turniers ohne Boykott. "Die FIFA freut sich, dass alle qualifizierten Mannschaften an der bevorstehenden FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft teilnehmen werden. Die FIFA ist fest davon überzeugt, dass Fußball die Kraft hat, Menschen zu vereinen - selbst unter schwierigen Umständen - und freut sich darauf, alle Mannschaften und Spielerinnen in Polen willkommen zu heißen", heißt es in der Mitteilung.
Auslöser des Konflikts war das Projekt "FIFA Forward Enterprise" (FFE), das FIFA-Präsident Gianni Infantino vorangetrieben hatte. Demnach sollten rund 20 Prozent der kommerziellen Rechte an FIFA-Wettbewerben an private Investoren verkauft werden. Das geplante Geschäft wurde auf ein Volumen von rund 20 Milliarden Dollar geschätzt.
FIFA garantiert Verzicht auf Investorenprojekte
Die UEFA hatte dieses Vorhaben scharf kritisiert und sogar mit einem Boykott von FIFA-Turnieren gedroht. Auch nachdem die FIFA die Pläne offiziell wieder zurückgezogen hatte, forderte die UEFA weitere Garantien.
Diese sollen nun erfolgt sein. Auch Sky Sport und RTL gehen davon aus, dass die FIFA in vertraulichen Gesprächen und schriftlichen Zusicherungen signalisiert hat, vergleichbare Privatisierungsmodelle künftig nicht erneut voranzutreiben. Die Zusicherung und das weitere Vorgehen werden in den kommenden Tagen in Monaco diskutiert, es gab zuvor intensive Gespräche zwischen FIFA und UEFA. Damit wäre der Weg für eine Rücknahme der Boykottdrohung frei.
Besonders wichtig ist diese Entwicklung, da das U20-Turnier bereits am 5. September beginnt. Mehrere Teams, darunter Nigeria, befinden sich bereits in Polen oder haben ihre unmittelbaren Vorbereitungen gestartet. Die Abwahl von FIFA-Präsident Infantino ist allerdings weiterhin das Ziel innerhalb der UEFA.
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