BVB-Star im Formtief: Bei Nmecha stottert es zum Saisonstart
Er war bei der Weltmeisterschaft ein deutscher Lichtblick, wurde von Borussia Dortmund mehr oder weniger als unverkäuflich deklariert – und steckt jetzt in einem Formloch: Felix Nmecha (25) kommt beim BVB in dieser Saison noch nicht richtig in Tritt.
07.09.2026 | 22:41 Uhr
Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte in Hoffenheim folgte für Nmecha die vorzeitige Auswechslung. Sein Trainer Niko Kovac (54) beschwichtigt zwar, doch mit der Ankunft von Neuzugang Joey Veerman (27) steigt der Druck auf den bisherigen Leistungsträger spürbar.
Ganze 45 Minuten dauerte der Auftritt von Felix Nmecha bei der TSG Hoffenheim. Als der BVB nach einer schwachen ersten Halbzeit und einem 0:2-Rückstand in der Kabine nach Antworten suchte, war für den 25-Jährigen bereits Schluss. Niko Kovac reagierte konsequent und wechselte den Nationalspieler zur Halbzeit aus. Die Wende zum dramatischen 3:2-Sieg erlebte Nmecha nur noch von der Bank aus.
Das deutliche Signal im Kraichgau legt den Finger in eine offene Wunde: Der Dortmund-Motor stottert.
Vom Schlüsselspieler zum Sorgenkind
"Felix ist mit Sicherheit noch nicht da, wo er sein kann. Er hat die WM gespielt. Die Vorbereitung war vielleicht nicht so, wie man es gewohnt ist, aber jetzt braucht er eben etwas Zeit. Wir müssen ihn langsam aufbauen. Er ist körperlich noch nicht auf dem Niveau, auf dem ich ihn gerne hätte, auf dem er sein kann und auch schon war. Aber das kommt jetzt", nimmt Trainer Niko Kovac seinen Schützling in Schutz.
Er will ihn langsam aufbauen. Dass Nmecha nicht dauernd 90 Minuten spielen könne, sei klar mit der Athletik-Abteilung abgesprochen. Auch ein Grund, warum noch kein ganzes Spiel für Nmecha zu Buche steht.
Veerman-Transfer verschärft den Konkurrenzkampf
Gut für Kovac, dass auf dieser Position Alternativen bereitstehen - eine ganz frische sogar: Mit der Verpflichtung des niederländischen Mittelfeldspielers Joey Veerman hat die sportliche Leitung gezielt nachgelegt. Der BVB-Coach sieht den Neuzugang keineswegs als Ersatz auf der Sechs für Jobe Bellingham, sondern als direkten Konkurrenten für Nmechas Position: einen strategischen Spielgestalter aus der Tiefe. "Ich mag es, mich in das Aufbauspiel einzuschalten. Mir wurde gesagt, dass man genau das sucht - und deshalb bin ich hier", erklärte Veerman nach dem Sieg in Hoffenheim.
Dass Veerman nach seiner Einwechslung sofort Ruhe in die Ballpassagen brachte und maßgeblich an der Aufholjagd beteiligt war, rückt Nmecha noch stärker in den Fokus. Der Konkurrenzkampf auf der Sechser- und Achterposition ist endgültig eröffnet.
Wochen der Wahrheit vor der Länderspielpause
"Felix ist weiterhin sehr wichtig und wird es für mich und die Mannschaft auch bleiben. Von daher muss man da nichts aufmachen", versucht Kovac, den Druck von Nmecha zu nehmen.
Für den BVB geht es in den kommenden Wochen um viel. Vor der nächsten Länderspielpause stehen mit der Champions-League-Partie gegen den FC Villarreal sowie den Bundesliga-Duellen gegen den SC Paderborn und den VfB Stuttgart richtungsweisende Aufgaben an, so könnte man die Bayern auf Abstand halten und einem direkten Konkurrenten Punkte wegnehmen. Da wäre ein Nmecha in Topform von unschätzbarem Wert.
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