DFB-Vizepräsidenten Schaffert und Winkler reagieren auf Hoeneß-Kritik
Die jüngsten Aussagen von Bayern-Patron Uli Hoeneß aus dem exklusiven Interview von Sky Sport und RTL sorgen für kritische Reaktionen seitens des attackierten DFB.
20.08.2026 | 17:00 Uhr
Die DFB-Vizepräsidenten Ralph-Uwe Schaffert und Hermann Winkler schlagen zurück: Beide reagieren mit einer deutlichen Zurechtweisung Richtung Tegernsee.
Ralph-Uwe Schaffert (DFB-Vizepräsident und NFV-Präsident): "Die jüngsten Äußerungen von Uli Hoeneß zur Verpflichtung von Jürgen Klopp zeigen deutlich, dass Herr Hoeneß weder die Struktur noch die Entscheidungsprozesse des DFB kennt.
Die Nationalmannschaften befinden sich seit Jahren im Bereich der DFB GmbH & Co KG, in der ein Geschäftsführer Sport (zur Zeit Andreas Rettig, ab 01.01.2027 Per Mertesacker) und für den Männerbereich zudem Rudi Völler verantwortlich sind.
+++ Alle Aussagen von Uli Hoeneß gibt es hier +++
Genannten Personen kann wohl ernsthaft nicht vorgeworfen werden, dass sie keine Profis im Fußballgeschäft sind. Gleiches gilt für die Aufsichtsratsmitglieder Alexander Wehrle (VfB Stuttgart), Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund), Oliver Leki (SC Freiburg), Oke Göttlich (FC St. Pauli) und Steffen Schneekloth (Holstein Kiel). Der Hinweis auf Entscheidungen durch "Landesfürsten" geht daher ebenfalls an der Realität vorbei.
Soweit Herr Hoeneß den Vertragsschluss mit Marc Kosicke unter Hinweis auf dessen Geschäftsanteile an einer Agentur kritisiert, ist ihm scheinbar entgangen, dass diese von Herrn Kosicke zuvor bereits veräußert worden sind. Die Personalie Kosicke ist im Aufsichtsrat sorgfältig beraten und sodann positiv entschieden worden.
Mitunter könnte es nicht schaden, sich zu Themen sachkundig zu machen, bevor man sich dazu - kritisch oder gar abwertend - äußert."
Hermann Winkler (DFB-Vizepräsident, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes) reagiert exklusiv auf die Idee von Uli Hoeneß die Nationalmannschaften in eine GmbH auszugliedern, denn die Landesfürsten hätten "keine Ahnung".
Winkler: "Man muss nicht jedes Wort von Uli Hoeneß ernst nehmen, aber falsche Dinge schon richtig stellen: Die Landesverbände entscheiden gar nicht über den Bundestrainer. Dies erfolgt im Aufsichtsrat der DFB GmbH. Und dort ist es gut, dass Profis und Amateure vertreten sind.
Die Zusammenarbeit von Profi- und Amateurvereinen im DFB sehe ich als Erfolgsmodell im deutschen Fußball. Das gilt auch für die Nationalmannschaften. So gehören z. B. Schulbesuche von Nationalspielern oder öffentliche Trainingseinheiten in Amateurvereinen vor Länderspielen zu den absoluten Höhepunkten für junge Kicker.
Über Modelle der Ausgliederung kann man immer sprechen. Da kann der FC Bayern ja jetzt mit gutem Beispiel voran gehen im laufenden Prozess bei der Frauenbundesliga."
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