FC Bayern: Thomas Tuchel bereit für neuen Trainerjob - aber wo?
Tuchel bereit für neuen Trainerjob - aber wo?
23.09.2022 | 19:45 Uhr
Thomas Tuchel ist nach seinem Aus bei Chelsea bereit für einen neuen Trainerjob. Doch wo könnte er anfangen?
Etwas mehr als zwei Wochen ist es her, als Thomas Tuchel beim FC Chelsea von seinem Trainerjob entbunden wurde.
Wie sehr ihn das Aus getroffen hatte, zeigte sein Statement eine Woche später. "Ich bin am Boden zerstört, dass meine Zeit bei Chelsea zu Ende ist", verkündete der 49-Jährige via Twitter. Chelsea sei "ein Klub, in dem ich mich sowohl beruflich als auch persönlich zu Hause gefühlt habe."
Doch im Profifußball ist kaum Zeit für Sentimentalitäten, dafür ist das Business viel zu schnelllebig.
Spekulationen in Italien nach Chelsea-Aus
Kaum war Tuchel entlassen, tauchte sein Name schon im Zusammenhang mit anderen Vereinen auf. Italienische Medien spekulierten, Tuchel könne bei Juventus die Nachfolge des in der Kritik stehenden Massimiliano Allegri antreten.
Doch Juves Geschäftsführer Maurizio Arrivabene stärkte Allegri den Rücken. "Wir haben Probleme, die man jedoch nicht löst, indem man den Trainer allein lässt. Jetzt den Trainer zu wechseln, wäre ein Wahnsinn."
Juve steckt zwar in der Krise, aber Italiens Rekordmeister will Allegri aktuell nicht entlassen. Bis zum Beginn der Weltmeisterschaft im November werde es sicher keinen Trainerwechsel geben, so die Einschätzung von Sky Italia. Tuchel sei für Juve auch gar nicht finanzierbar.
Tuchel zu finanziellen Abstrichen bereit
Tuchel wäre nach Sky Informationen aber durchaus bereit, finanzielle Abstriche zu machen, denn er will so schnell wie möglich auf die Trainerbank zurückkehren.
Am liebsten bei einem Top Team und vorzugsweise in der englischen Premier League, aber dort sind momentan bei den Spitzenklubs alle Trainerposten besetzt.
Ebenso ist die Lage in der spanischen Liga und in Frankreichs Ligue 1, wo Tuchels Ex-Klub Paris Saint-Germain im Sommer erst Christophe Galtier als Nachfolger von Mauricio Pochettino installiert hat.
Tuchel würde gerne schnell wieder einsteigen, doch er muss warten, bis bei einem Topklub eine Stelle frei wird.
Sky Experten mit unterschiedlichen Sichtweisen beim Thema Tuchel
"Ich bin mir sicher, dass der Name, wenn es nicht schon passiert ist, in den nächsten zwei Wochen mal auf den Tisch kommt", sagte Sky Experte Dietmar Hamann am Sonntag bei Sky90 über Tuchel in Bezug auf die Krise beim FC Bayern unter Julian Nagelsmann.
Anders sieht es Lothar Matthäus. "Weder glaube ich, dass Julian Nagelsmann wackelt, noch dass man sich beispielsweise mit Thomas Tuchel auseinandersetzt. Das wäre auch das nächste Schuldeingeständnis, nachdem man so sehr von diesem Trainer überzeugt war", schrieb der Sky Experte in seiner Kolumne "So sehe ich das".
Einflussreiche Leute bei Bayern haben hohe Meinung von Tuchel
Die Münchner Vereinsbosse stärkten Nagelsmann zuletzt demonstrativ den Rücken, doch das muss nicht heißen, dass nun Ruhe einkehrt.
"Der Name Tuchel wird trotzdem im Hintergrund immer wieder aufkommen, solange er keinen neuen Job hat", sagt der ehemalige Bayern-Profi Markus Babbel im Interview mit skysport.de. "Ich weiß, dass viele einflussreiche Leute beim FC Bayern eine hohe Meinung von Tuchel haben", erklärt Babbel. Das gelte "aber auch für Nagelsmann."
Tuchel vor Zeit bei PSG und Chelsea bei Bayern gehandelt
Vor ein paar Jahren wurde Tuchel, damals noch Trainer in Paris, bei den Bayern gehandelt, doch ein Engagement kam nicht zustande. Tuchel blieb bei PSG und führte die Franzosen ins Champions League Finale gegen die Bayern, verließ den Hauptstadtklub dann aber nach Meinungsverschiedenheiten mit Sportdirektor Leonardo.
Mit Chelsea gewann er 2021 die Champions League, doch die Differenzen mit den neuen Klubbesitzern um den US-amerikanischen Investor Todd Boehly, die Chelsea im Sommer von Roman Abramowitsch übernommen hatten, sorgten schließlich für sein Aus in London.
Auf den Balearen hat sich der 49-Jährige nach seiner Entlassung eine kurze Verschnaufpause gegönnt, nun ist er bereit für neue Aufgaben. Doch vorerst muss er sich in Geduld üben.
Mainz, Dortmund, Paris, London. Man darf gespannt sein, wo Thomas Tuchel als nächstes auf der Trainerbank sitzen wird.
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