Lothar Matthäus über Bischof, Pavlovic, Dortmund & Jürgen Klopp
Der Sky Sport Experte nimmt in seiner Kolumne die aktuellen Kaderplanungen des FC Bayern genauer unter die Lupe. Er sieht einen heißen Konkurrenzkampf beim Rekordmeister und glaubt, dass Julian Nagelsmann es in Deutschland schwer haben wird.
10.08.2026 | 21:51 Uhr
Der Konkurrenzkampf im Bayern-Mittelfeld ist größer als die Spannung im Titelkampf!
Aufgrund einer Verletzung von Joshua Kimmich bildeten zuletzt Tom Bischof und Aleks Pavlovic die sogenannte Doppel-Sechs in der Bayern-Zentrale. Natürlich hat Kimmich hier die Nase vorn, wenn er fit ist. Einen Freifahrtschein wird auch er nicht bekommen, aber vor allem Pavlovic wird sich dem Zweikampf mit Bischof stellen müssen.
Der Ex-Hoffenheimer hat bereits bei der TSG und in der vergangenen Saison beim FC Bayern regelmäßig gezeigt, was für ein herausragender Fußballer er ist. Er hat einen großen Schritt unter Kompany gemacht, Spiele schon an sich gerissen und mit seinen Schüssen aus der zweiten Reihe wertvolle Tore erzielt.
Mit Bischof ist insbesondere auf seiner angestammten Position zu rechnen. Er kann auch als Rechtsverteidiger eingesetzt werden und hat diese Rolle phasenweise sogar überzeugender interpretiert als sein Kapitän bei der WM. Auch wenn das mit einem leichten Augenzwinkern von mir gemeint ist.
Generell halte ich den Konkurrenzkampf um die Stammplätze beim FC Bayern für spannender als das Rennen um die Deutsche Meisterschaft. Brown und Saibari werden um ihre Plätze kämpfen. Karl, Olise, Gnabry und Musiala ebenso. Alles Top-Spieler, die von Anfang an auf dem Platz stehen wollen.
Gerade die enorme Kaderbreite dürfte den Bayern nicht nur in der Champions League helfen. Sie verschafft ihnen auch im Bundesliga-Alltag Vorteile, die die Konkurrenz kaum ausgleichen kann.
Bayern wird mit mindestens zehn Punkten Abstand wieder Meister
Die spannendere Frage ist für mich deshalb nicht, wer Meister wird, sondern wie sich die Verfolger hinter Bayern einordnen. Vor allem Borussia Dortmund wird den Anspruch haben, sich als klare Nummer zwei in Deutschland zu etablieren.
Mit Leverkusen, Stuttgart und Leipzig muss immer gerechnet werden. Aber Dortmund hat sich gut verstärkt und vielleicht legen sie die paar Millionen für Said El Mala auch noch auf den Tisch. Das ist eine hoch eingestufte Aktie, bei der man aber ziemlich sicher weiß, dass sie in Zukunft weiter steigen wird.
An Dortmunds Stelle würde ich die Verpflichtung jetzt konsequent vorantreiben und die finanziellen Forderungen der Kölner erfüllen. Durch die Abgänge von Adeyemi, Brandt und Süle hat der Verein zudem Spielraum bei den Personalkosten geschaffen.
Während die Vereine bereits ihre Weichen für die neue Saison gestellt haben, beginnt auch beim DFB ab Samstag offiziell ein neues Kapitel. Ich bin sicher, dass Jürgen Klopp die Wende bringen wird. Julian Nagelsmann hat dann doch sportlich und in der Kommunikation einige Fehler gemacht. Ob beim Thema Undav, Neuer oder einem gelernten Rechtsverteidiger bei der WM.
Ich glaube nicht, dass Nagelsmann so schnell einen Top-Job in Deutschland bekommt
Hier steht er unter größerer Beobachtung als im Ausland. Niemand will ihm persönlich was Böses, auch ich nicht. Aber er hat in der jüngsten Vergangenheit zu empfindlich auf Kritik reagiert und war teilweise sehr eingeschnappt.
Im Profifußball gibt es Kritik, wenn die Ergebnisse nicht stimmen oder kein attraktiver Fußball gespielt wird. Bei Julian war beides der Fall.
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