Lothar Matthäus über FC Bayern, PSG, Champions League, Freiburg, Frankfurt und Riera

Ganz Fußball-Deutschland fiebert dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain entgegen. In seiner Kolumne erklärt Lothar Matthäus, warum er ein anderes Spiel als beim 5:4-Spektakel in Paris erwartet.

Die Kolumne von Sky Experte Lothar Matthäus.
Image: Die Kolumne von Sky Sport Experte Lothar Matthäus.  © Sky

Der Sky Sport Experte äußert sich auch zum Halbfinal-Rückspiel in der Europa League zwischen Freiburg und Braga – und ordnet die Situation bei Eintracht Frankfurt um Trainer Albert Riera ein.

Andere Ausgangslage als vor dem Hinspiel in Paris

Ich wünsche mir, dass wir wieder so ein spektakuläres Spiel zwischen den FC Bayern und Paris Saint-Germain sehen wie vor einer Woche, aber davon ist nicht auszugehen. Im Hinspiel ging es um eine gute Ausgangsposition, am Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker) geht es ums Weiterkommen und den Einzug ins Finale in der Champions League.

Ein Heimspiel hat noch einmal eine andere Dynamik, für Bayern geht es darum, von Anfang an zu zeigen, welch große Kraft in diesem Verein steckt.

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Sky Sport Experte Lothar Matthäus glaubt an einen Sieg des FC Bayern im Champions League-Rückspiel gegen Paris St. Germain & den damit verbundenen Finaleinzug der Münchener in der Königsklasse. Das erklärt er bei ''Sky90''.

Bayern kann sich nicht nur auf die Offensive verlassen

Von der Mannschaft erwarte ich mehr Balldominanz, weil sie zu Hause spielt und einen Rückstand drehen muss. Gegen Real Madrid waren die Vorzeichen anders, Bayern durfte nur nicht mit mehr als einem Tor verlieren. Gegen PSG müssen sie gewinnen.

Im Hinspiel haben beide Teams ihre Stärken in der Offensive gezeigt, aber PSG hat auch Schwächen in der Defensive offenbart. Diese Schwächen muss Bayern ausnutzen.

Bayern hat gegen Heidenheim drei Treffer kassiert, Paris hat gegen Lorient zwei Gegentore bekommen. Es wird wichtig sein, sich nicht nur auf die Offensive zu verlassen, sondern auch konsequent gegen den Ball zu arbeiten.

Du brauchst Spieler wie Laimer und Upamecano

Was die Aufstellung angeht, würde ich nie auf Konrad Laimer verzichten, denn auf ihn war immer Verlass. Deswegen hat es mich gewundert, dass er in Paris nicht von Anfang an gespielt hat. Laimer und Dayot Upamecano sind von ihrer Zweikampfstärke und Körpersprache her Spieler, die eine Mannschaft braucht.

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Ich gehe davon aus, dass Laimer rechts beginnt und Alphonso Davies links.

Goretzka kann für Impulse von der Bank sorgen

Im Mittelfeld sind Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic gesetzt. Davor wird wieder Jamal Musiala beginnen. Bayern muss einen Rückstand aufholen, da ist Musiala der kreativere Spieler als Leon Goretzka. Er hat gegen Heidenheim zwei Tore nach Standards erzielt, ich glaube aber, dass er gegen PSG von der Bank aus kommen wird. Mit seiner Qualität und seiner Dynamik kann er für neue Impulse sorgen.

Das Weiterkommen wäre enorm wichtig, nicht nur für Bayern München, sondern auch für die Punkte für die Platzierung der Bundesliga im UEFA-Ranking.

Freiburg muss seine Leichtigkeit wiederfinden

In der Europa League ist das Duell des SC Freiburg gegen Sporting Braga am Donnerstag das Spiel des Jahrhunderts für die Breisgauer. Ich hoffe, dass die Mannschaft es genießen kann und wieder diese Überzeugung und diese Leichtigkeit ausstrahlen kann, die sie über fast die gesamte Saison ausgezeichnet hat. Wie in der Bundesliga gegen Bayern, im Pokal in Stuttgart und im Viertelfinale gegen Celta Vigo.

Das Aus im DFB-Pokal in Stuttgart hat zuletzt für einen kleinen Bruch gesorgt. Beim 1:1 gegen Wolfsburg hatten die Freiburger lange Zeit Schwierigkeiten. Braga ist eine unbequeme Mannschaft, aber sie ist schlagbar. Um das Finale zu erreichen, müssen die Freiburger über die gesamte Spielzeit alles in die Waagschale werfen.

In Frankfurt hat der Trainerwechsel nichts gebracht

Wir alle haben uns in den vergangenen Jahren in den Fußball verliebt, den Eintracht Frankfurt gezeigt hat, in der Bundesliga und in Europa. Doch momentan ist die Mannschaft verunsichert. Ich glaube, dass der Trainerwechsel von Dino Toppmöller zu Albert Riera nichts gebracht hat.

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Neues System, neue Positionen für einzelne Spieler, all das hat die Mannschaft nicht sicherer gemacht, im Gegenteil. Ritsu Doan, der in Frankfurt und vorher in Freiburg jahrelang auf Rechtsaußen gewirbelt hat, spielt auf einmal im Mittelfeld. Es kann Diskussionen zwischen Trainer und Spielern geben, es darf aber nichts nach außen dringen, wie zuletzt im Fall Jonathan Burkardt. Der Trainer ist nicht an die Öffentlichkeit gegangen, also muss es einen Maulwurf geben.

Rieras Situation erinnert mich an die von Sandro Wagner

Ich wünsche keinem Trainer einen Rauswurf, ich selbst habe so etwas aus anderen Gründen selbst erlebt, aber Riera ist ein bisschen selbst schuld. In Frankfurt hat sich in den vergangenen drei, vier Monaten alles um den Trainer gedreht, auch durch einige Aussagen, die Riera getroffen hat.

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Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche klärt am Sky Sport Mikro auf, wie die Situation um Trainer Albert Riera, der Mannschaft und dem Verein ist.

Das alles erinnert mich an die Situation von Sandro Wagner in Augsburg. Ähnlich wie Wagner muss Riera lernen, die Dinge so anzugehen, dass er als Trainer weniger in den Medien sichtbar ist. Die Lage ist auch für Eintracht-Boss Markus Krösche schwierig, denn er hat Riera nach Frankfurt geholt. In Leverkusen hat man vor einigen Monaten Erik ten Hag als neuen Trainer geholt und dann schnell gemerkt, dass es die falsche Entscheidung war.

Ich glaube nicht, dass Riera noch eine Zukunft in Frankfurt haben kann. Dafür ist zu viel passiert.

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