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Nottingham Forest bedient sich bei Transfers in der Bundesliga

Nottingham Forest - Klassenerhalt made in Germany?

Könnten bald gemeinsam in der Premier League auflaufen: Mainz' Moussa Niakhate (l.) und Unions Taiwo Awoniyi.
Image: Bald gemeinsam in der Premier League am Ball: Mainz' Moussa Niakhate (l.) und Unions Taiwo Awoniyi spielen in Zukunft für Nottingham Forrest.  © Imago

Auf den letzten Drücker gelang Nottingham Forest nach 23 Jahren die Rückkehr in die Premier League. In der kommenden Saison will der Traditionsklub primär die Klasse halten. Sollte das gelingen, hätte die Bundesliga entscheidenden Anteil daran.

Viel knapper geht es nicht. Als letzter Klub qualifizierte sich Nottingham Forest für die englische Premier League. Im entscheidenden Relegationsspiel gegen Huddersfield Town siegten die Tricky Trees mit 1:0 - und das auch noch durch ein Eigentor von Chelsea-Leihgabe Levi Colwill. Rund 200 Millionen Euro kassierte der ehemalige Champions-League-Sieger durch die Rückkehr nach 23 Jahren in Englands höchste Spielklasse.

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Ein Mal Meister - zwei Mal CL-Sieger

Viel Geld für den nach wie vor einzigen Klub der Welt, der häufiger die europäische Königsklasse als den nationalen Meistertitel gewonnen hat. Nottingham wurde 1978 englischer Meister, gewann prompt den Europapokal der Landesmeister 1979 und verteidigte den Titel im Jahr 1980. Diese Erfolge sind lange her und vor allem in diesem Jahrtausend suchte man sportlichen Erfolg bei einem der ältesten Klubs der Welt vergeblich. Zwischenzeitlich stiegen die Rot-Weißen sogar in die dritte Liga ab.

Nun ist Forest unter Erfolgstrainer Steve Cooper aber wieder in der Beletage des englischen Fußballs angekommen und großen Anteil daran hat auch ein Deutscher: George Syrianos. Der gebürtige Starnberger ist seit der vergangenen Spielzeit Kaderplaner in Nottingham. Davor arbeitete der 32-Jährige als Chefanalyst beim VfB Stuttgart und war wichtiger Bezugspunkt von Sportdirektor Sven Mislintat.

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Deutscher Kaderplaner in Nottingham

Bevor der Deutsche mit griechischen Wurzeln 2017 zu den Schwaben kam, war er als Analyst bei der Columbia-University in New York beschäftigt. Er wird vor allem für seine moderne Arbeitsweise und sein sehr großes Datennetzwerk geschätzt. Nur auf Zahlen und Daten will sich Syrianos aber nicht reduzieren lassen, wie er im Oktober 2021 im Gespräch mit transfermarkt.de erklärt: "Ich muss ehrlich zugeben, vor Jahren war es eine Revolution, es war ein Durchbruch. Heute ist es eine normale Herangehensweise, welche jeder professionell aufgestellte Verein nutzt. Dementsprechend sollte in meinen Augen dieser Hype langsam abnehmen."

Bei den Tricky Trees war seine Herangehensweise jedenfalls von schnellem Erfolg gekrönt. Die beiden Leihspieler Djed Spence und Philip Zinckernagel schlugen sofort ein und bildeten die wohl beste rechte Seite der gesamten Liga. Nachdem es in der Hinrunde auch aufgrund einiger Verletzungen aber dennoch noch nicht so lief wie gewünscht und Nottingham nur im Mittelfeld rangierte, verpflichtete Syrianos im Winter kurzerhand noch zwei Stürmer nach:

Sam Surridge wechselte für unter zwei Millionen Euro von Stoke City nach Nottingham und erzielte in 17 Partien beachtliche sieben Treffer und zudem kam Keinan Davis leihweise von Aston Villa in die Robin-Hood-Stadt. Der 24-Jährige steuerte in 15 Partien immerhin noch fünf Treffer und zwei Vorlagen zur Aufholjagd bei. Am Ende wurde Nottingham auch dank der drittbesten Offensive Tabellenvierter und machte am Ende in den Playoffs sogar den Aufstieg klar.

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Im FA Cup für Furore gesorgt

Das Team um den 20-jährigen Spielmacher Brennan Johnson hat in der abgelaufenen Spielzeit in den Pokalwettbewerben zudem bewiesen, dass man auch gegen größere Klubs mithalten kann. Im FA Cup räumte Nottingham schließlich den FC Arsenal und Titelverteidiger Leicester City aus dem Weg und scheiterte erst im Viertelfinale am späteren Champion FC Liverpool.

Um in der Premier League jedoch eine realistische Chance zu haben, benötigt der Aufsteiger Verstärkungen. Eigengewächs Johnson, der in der vergangenen Saison dank 16 Treffern und neun Vorlagen zum Nachwuchsspieler der Saison in der Championship gekürt wurde, konnte zwar trotz einiger Angebote - unter anderem von Newcastle United - gehalten werden, aber die Leihspieler Spence, Zinckernagel und Davis kehrten zu ihren Vereinen zurück. Auch Stammtorhüter Brice Samba verließ den Klub und wechselte für fünf Millionen Euro in die Ligue 1 zu RC Lens.

Doch Syrianos hatte dafür bereits vorgesorgt und Dean Henderson von Manchester United ausgeliehen. Der 25-Jährige lief zwar bereits für die Three Lions auf, kam bei den Red Devils nicht an David de Gea vorbei. Zudem verpflichtete der Kaderplaner den Franzosen Giulian Biancone für rund zehn Millionen Euro von ESAC Troyes aus Frankreich als Spence-Nachfolger.

Trainer Cooper hält große Stücke auf den 22-Jährigen: "Giulian ist ein sehr talentierter Verteidiger, der das Interesse von Vereinen aus ganz Europa auf sich gezogen hat. Er hat sich in den letzten Jahren in Frankreich und Belgien auf höchstem Niveau bewährt und erkennt, was wir bei Nottingham Forest in der Premier League aufbauen wollen."

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Syrianos bedient sich in der Bundesliga

Bei den restlichen Transfers bediente sich Syrianos dann schließlich in seiner Heimat. Während Biancone die rechte Seite in Coopers 3-4-3- oder wahlweise auch 3-4-1-2-System beackern soll, kommt das Pendant auf der linken Seite aus der Bundesliga. Am Sonntag machte der Aufsteiger die Verpflichtung von Omar Richards vom FC Bayern perfekt. Kostenpunkt sind nach Sky Informationen ebenfalls rund zehn Millionen Euro.

Für die gleiche Summe konnte Syrianos auch seinen neuen Abwehrchef aus der Bundesliga loseisen. Der ehemalige Mainzer Moussa Nikhate unterschrieb nach langen Verhandlungen einen Vertrag über drei Jahre bis 30.6.2025. Und auch der Königstransfer ist Bundesliga-Fans ein Begriff. Bei Taiwo Awoniyi von Union Berlin zog Nottingham die Ausstiegsklausel in Höhe von rund 21 Millionen Euro.

Der Nigerianer ist damit nicht nur der teuerste Abgang der Geschichte der Eisernen, sondern auch der kostspieligste Neuzugang der Forest-Historie. Er löst Joao Carvalho ab, der 2018 für rund 15 Millionen Euro von Benfica nach England wechselte.

Weitere Neuzugänge möglich

Wie lange Awoniyi die Transfer-Spitzenposition inne hat, ist offen, denn Nottingham sucht auch nach dem Dreierpack aus der Bundesliga nach wie vor nach Verstärkungen. Beispielsweise soll Yusuf Yazici von OSC Lille ein Thema sein. Auch der Name von Orel Mangala von Syrianos' Ex-Klub VfB Stuttgart wird beim Aufsteiger gehandelt. Geld dürfte nach dem Sieg im 200-Millionen-Spiel noch vorhanden sein und Syrianos wird alles dafür tun, damit die Rot-Weißen am Ende die Klasse halten.

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Wahrscheinlich wird es bis zum Schluss eng bleiben, aber wenn Nottingham am Ende irgendwie über dem Strich bleibt, hätte die Bundesliga und Syrianos entscheidenden Anteil daran. Und wer weiß? Vielleicht heißt es auch nach dieser Spielzeit wieder: Viel knapper geht es nicht...

Mehr zum Autor Robert Gherda

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