Medhi Benatia kritisiert Olympique Marseille nach Abschied scharf
Der ehemalige Star des FC Bayern München lädt nach seinem Aus beim Ligue-1-Klub seinen gesamten Unmut ab. Insbesondere die Strukturen im Verein machten ihm zu schaffen.
09.08.2026 | 09:22 Uhr
Medhi Benatia hat nach seinem Abschied von Olympique Marseille deutliche Kritik an seinem ehemaligen Klub geübt. Der frühere Bayern-Profi beschreibt seine Zeit als Sportdirektor beim französischen Traditionsverein rückblickend als einen "ständigen Kampf".
Vor allem bei der Mentalität des Teams sah der 39-Jährige große Defizite. Im Interview mit France Football machte der ehemalige Bayern-Profi keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Zwar sei die Qualität des Kaders regelmäßig gelobt worden, entscheidend seien jedoch andere Faktoren gewesen.
"War die Mannschaft stark genug? Das sagen alle: jeden Tag! Wo wir gescheitert sind - und dafür tragen ich und die Trainer die Verantwortung - war bei der Mentalität. Schwach, katastrophal", erklärte Benatia.
Kritik an der Klubkultur
Besonders kritisch bewertet der ehemalige marokkanische Nationalspieler die Strukturen innerhalb des Vereins. Nach eigenen Aussagen habe er versucht, Standards einzuführen, die er aus seiner Zeit in Deutschland und Italien kenne.
"Ich habe gefordert, dass wir das umsetzen, was ich in Italien und Deutschland gesehen habe: Disziplin in Bezug auf Lebensprinzipien und Zeitpläne", sagte Benatia. Seine Bemühungen seien jedoch immer wieder an bestehenden Gewohnheiten gescheitert.
Der Ex-Verteidiger sprach sogar von einer tief verwurzelten "Mittelmäßigkeit" innerhalb des Vereins. Diese sei nach seiner Ansicht nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Umfeld des Klubs zu spüren gewesen.
Auch De Zerbi gab auf
Gemeinsam mit Trainer Roberto De Zerbi habe er versucht, die Situation zu verändern. Laut Benatia stieß jedoch auch der italienische Coach irgendwann an seine Grenzen. "Selbst er konnte nicht mehr und entschied sich deshalb zu gehen", sagte der frühere Bayern-Profi über den 47-Jährigen.
Marseille und De Zerbi hatten sich Mitte Februar dieses Jahres auf eine Trennung verständigt. Für Benatia ist jedoch klar, dass die Verantwortung nicht allein bei Spielern oder Trainern liegt.
Benatia übernimmt Mitverantwortung
Trotz seiner deutlichen Worte übte der ehemalige Sportdirektor auch Selbstkritik. Sein Anspruch sei es gewesen, Olympique Marseille sportlich wieder näher an die nationale Spitze heranzuführen und den Klub zurück in die Champions League zu führen. Dieses Ziel wurde jedoch verpasst. "Als Sportdirektor bin ich auch dafür verantwortlich", räumte Benatia ein.
Der frühere Innenverteidiger übernahm im November 2023 eine Beraterposition für Olympique Marseille, bevor er im Januar 2025 schließlich den Posten des Sportdirektors übernahm. Auf Wunsch von Klub-Eigentümer Frank McCourt blieb Benatia trotz Rücktrittsankündigung bis zum Ende der Saison im Amt. Im Sommer folgte dann endgültig der Schlussstrich.
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