VfB Stuttgart News: Guter Start muss gegen Leipzig bestätigt werden
Fünf Gründe für den Aufschwung: Vergoldet VfB den Start bei RB?
20.08.2021 | 19:58 Uhr
Wer grüßt denn da von der Tabellenspitze? Nach einem 5:1 gegen Fürth steht der VfB Stuttgart von ganz oben in der Bundesliga-Tabelle. Nun geht es zu Vize-Meister Leipzig: Dann zeigt sich, ob der furiose Auftakt nur eine Momentaufnahme ist.
Mit dem 5:1-Sieg gegen Greuther Fürth katapultierte sich der VfB Stuttgart an die Spitze der Tabelle. Auch eine Woche zuvor gab es beim 6:0 im DFB-Pokal gegen Viertligist BFC Dynamo ein Schützenfest. Die Schwaben spielten sich in den vergangenen Tagen in einen wahren Torrausch. Sky Sport zeigt fünf Gründe, warum es beim VfB gerade so gut läuft und warum auch ein Sieg gegen RB Leipzig drin ist.
Flankengott Sosa liefert wieder ab
Linksfuß Borna Sosa macht dort weiter, wo er in der vergangenen Spielzeit aufhörte: Er schlägt Flanke um Flanke und sammelt ordentlich Scorerpunkte. Zehn Assists gelangen dem Kroaten in der vergangenen Bundesliga-Saison, nach dem ersten Spieltag 2021/22 sind es schon wieder drei.
Ungeachtet des Trubels um seine Blitzeinbürgerung, mit der er für das DFB-Team bei der EM hätte spielen wollen, kann er seine staken Leistungen bestätigen. Wenn Sosa flankt, herrscht immer Gefahr. Trotz aller Aufruhr wurde er kürzlich in die kroatische A-Nationalmannschaft berufen.
Von Olympia ins Schwabenländle
Eine Woche nach dem Verpassen einer olympischen Medaille mit Japan schoss sich Wataru Endo wohl den Frust aus der Seele. Nach einer halben Stunde diente sein Treffer als Dosenöffner für den fulminanten Sieg über den Aufsteiger aus Fürth. Lediglich vier Trainingstage benötigte Endo, um wieder voll im Geschehen der Stuttgarter zu sein.
Während seines Olympia-Abenteuers, bei dem er jedes Spiel bestritt, ernannte ihn Trainer Pellegrino Matarazzo aus der Ferne zum neuen VfB-Kapitän. Der 28-Jährige ist der Dreh- und Angelpunkt in der Zentrale der Schwaben. Denn neben Torgefahr steht Endo für Aggressivität und lebt leidenschaftlichen Fußball vor. Er geht voran und zeigt zudem Stärken im Aufbauspiel.
Kempf war schon weg und ist jetzt voll dabei
Die Wechselgerüchte um Marc-Oliver Kempf halten sich bis in die Gegenwart. Seinen Vertrag beim VfB Stuttgart möchte der Innenverteidiger wohl nicht verlängern und könnte demnach im kommenden Sommer ablösefrei den Klub verlassen. Das klingt nicht nach Harmonie. Außerdem war er in der Zweitliga-Saison 2019/20 noch Kapitän. Liegt das nicht schwer im Magen?
Viele Vorzeichen schienen schlecht: Sein Doppelpack beim Bundesliga-Auftakt machte aber alle Zweifel zunichte. Kempf ist voll da und fühlt sich scheinbar weiterhin wohl in der Mannschaft. Die Abwehrkette aus Mavropanos, Anton und Kempf ist eingespielt und gesetzt. In Stuttgart stimmt die Chemie - eine wichtige Grundlage für den momentanen Erfolg.
Vom Dauer-Verletzten zum Edel-Ersatz
Zwei Pflichtspiele - zwei Tore: Hamadi Al Ghaddioui überzeugt als Ersatz für Shootingstar Sasa Kalajdzic. Im zurückliegenden Jahr war der deutsch-marokkanische Stürmer die meiste Zeit verletzt, zudem bringt er nur wenig Bundesliga-Erfahrung mit. Als er nun gebraucht wird, ist der 30-Jährige aber da.
Eine Flanke von Sosa konnte der 1,90-Meter-Mann gegen Fürth zum zwischenzeitlichen 4:0 einköpfen. Über die komplette Saison würde er Kalajdzic wohl nicht ersetzen können, momentan dient er aber als starker Ersatz. Bitter für den VfB ist die Verletzung von Mo Sankoh. Der 17-jährige Niederländer verdrehte sich Sekunden nach seiner Einwechslung das Knie und fällt monatelang aus. Als Perspektivspieler sollte er ebenfalls als Back-Up dienen, seine Leistungen in der Vorbereitung waren überzeugend.
Der VfB kann noch nachlegen und ist nicht zerfallen
Während Al Ghaddioui glänzt, ist die Nummer neun der Stuttgarter wieder an Bord. Sasa Kalajdzic ist nach der Quarantäne wieder ins Training eingestiegen, so auch Youngster Tanguy Coulibaly. "Sasa wirkt spritzig und ist eine Option für den Kader", sagte Trainer Matarazzo auf der PK am Donnerstag. Dabei stand lange ein Abgang im Raum und ist nach wie vor möglich.
Doch VfB-Sportdirektor Mislintat scheint überzeugt von einem Verbleib des österreichischen EM-Fahrers. "Mit den zwei Transfers von Nico und Greg (Nicolas Gonzalez und Gregor Kobel, Anm. d. Red.) haben wir unsere Hausaufgaben auf der Einnahmenseite erledigt und das macht es deutlich entspannter in jede Art von Verhandlung zu gehen", sagte er vor einem Monat am Sky Mikrofon.
Insgesamt bleibt der Kader der Schwaben weitgehend beisammen. Auch wegen Verletzungen spielen Shootingstars wie Silas Katompa Mvumpa, Orel Mangala oder eben Kalajdzic auch künftig sehr wahrscheinlich für den VfB. Beim kommenden Gegner sieht das hingegen anders aus.
Schwächelndes RB als Maßstab
RB Leipzig muss die Abgänge der beiden Innenverteidiger Dayot Upamecano und Ibrahima Konate verkraften. Zudem steht ein Wechsel von Kapitän Marcel Sabitzer zum FC Bayern weiterhin im Raum. Auch ein neuer Trainer musste gesucht werden und wurde in Jesse Marsch gefunden. Nahtlos wollte der Vizemeister an die guten Leistungen der Vorsaison anknüpfen.
Es kam jedoch zu einer Überraschung: Die aufgrund einiger Corona-Infektionen ersatzgeschwächte Mannschaft von Mainz 05 besiegte die klar favorisierten Leipziger mit 1:0. RB hat den Saisonauftakt vermasselt. Jetzt müssen die roten Bullen Schadensbegrenzung betreiben.
Die Chancen stehen wohl 50/50: RB ist nominell stärker aufgestellt, die jüngsten Leistungen sprechen für den VfB. In Leipzig wird sich zeigen, ob Stuttgart den Aufwärtstrend fortsetzen kann oder ob der Erfolg nur eine schöne Momentaufnahme für die VfB-Fans ist. Das Match kannst du ab 20:30 Uhr live im Ticker auf skysport.de verfolgen.